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31.01.2013

22:13 Uhr

Audiosignale gekappt

9/11-Richter wettert gegen Zensur der US-Regierung

Als Verhörmethoden der CIA zur Sprache kamen, griff die US-Regierung ein und kappte das Signal in den Gerichtssaal. Der zuständige Richter ärgert sich über das eigenmächtige Handeln, und steigt auf die Barrikaden.

Militärrichter James Pohl, rechts, ärgert sich über die eigenmächtige Zensur der US-Regierung. ap

Militärrichter James Pohl, rechts, ärgert sich über die eigenmächtige Zensur der US-Regierung.

GuantanamoDer zuständige Militärrichter James Pohl ärgerte sich öffentlich: „Der Richter und nur der Richter“ entscheide, was im Gerichtssaal passiert. Er kritisierte die eigenmächtige Zensur eines Audiosignals aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo während des Verfahrens gegen die fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001.
Militärrichter James Pohl ordnete am Donnerstag an, dass Regierungsvertreter das Audiosignal für die Zuschauer der Sitzungen im US-Gefangenenlager Guantanamo nicht mehr ohne seine Zustimmung kappen dürften. Zum Auftakt der mehrtägigen Anhörung am Montag hatte die Zensurstelle der Regierung Passagen über harsche Verhörmethoden in CIA-Geheimgefängnissen unkenntlich gemacht.

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Zwar bekräftigte Pohl, dass bestimmte Informationen aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Wann eine Zensur der Anhörung nötig sei, liege aber im richterlichen Ermessen.
Das Audiosignal aus dem Sitzungssaal in Guantanamo wird mit einer Verzögerung von 40 Sekunden in einen Raum übertragen, wo Journalisten und andere Beobachter des Verfahrens gegen die 9/11-Angeklagten sitzen.

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Die Gruppe um den mutmaßlichen Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed blieb am Donnerstag, dem abschließenden Anhörungstag, erneut der Sitzung fern. Nur am Montag waren sie vor Militärrichter Pohl erschienen. Am 11. Februar soll eine weitere Anhörung zur Vorbereitung des Prozesses beginnen. Ein Datum für den Beginn der Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren 2001 fast 3000 Menschen getötet worden.


Neben dem aus Kuwait stammenden Mohammed müssen sich der Saudiaraber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi, der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali sowie die Jemeniten Ramzi Binalshibh und Walid bin Attash für eine Verwicklung in die Anschläge verantworten. Binalshibh wohnte in der Hamburger Terrorzelle zusammen mit Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September.

Von

afp

Kommentare (1)

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SoLongAmerika

03.05.2013, 09:08 Uhr

Amerika scheint eine Militärdiktatur zu sein, wo sogar der Präsident Menschen in der Welt per Videospiel abballern lässt. Wann wird von ihm eigentlich endlich der Friedensnobelpreis rückgefordert?

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