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14.06.2012

19:54 Uhr

Auf selber Wellenlänge

Hollande und Monti fordern mehr Einsatz gegen Schuldenkrise

Frankreichs Staatschef Hollande und Italiens Regierungschef Monti sind auf einer Wellenlänge: Europa darf nicht nur sparen, sondern muss für Wachstum sorgen, will es aus der Krise herauskommen.

Frankreichs Präsident Francois Hollande nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Rom. AFP

Frankreichs Präsident Francois Hollande nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Rom.

RomDer französische Staatspräsident François Hollande hat zur Bewältigung der Euro-Krise in Europa „Wachstum, Stabilität und Integration“ verlangt. Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti sagte Hollande am Donnerstagabend in Rom, notwendig seien jetzt Ressourcen für eine sofortige Stimulierung der Wirtschaft.

Es gebe den Willen, auch auf dem bevorstehenden G20-Gipfel der Industrie- und Schwellenländer „das Wachstum zu unserem Ziel zu machen“, erklärte er.“ Das bedeute jedoch nicht, dass dafür die Haushaltsdisziplin zur Diskussion stehen dürfe. Außerdem brauche Europa noch Mechanismen gegen die Finanzspekulation.

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Auch Monti forderte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Hollande ein stärkeres Handeln Europas gegen die Schuldenkrise. Was bereits geleistet worden sei, sei zwar nicht wenig. Die erreichten Fortschritte zur Eindämmung der Euro-Krise reichten allerdings nicht aus, um den Euro aus der Schusslinie zu nehmen, sagte Monti. Bei dem Meinungsaustausch mit Hollande gab es nach Montis Worten eine äußerst starke Übereinstimmung der Sichtweisen. Mehr Aufmerksamkeit müsse nun auf das Wirtschaftswachstum gelegt werden, bekräftigte er.

Hollande und Monti befürworten bereits seit längerem zusätzliche Wachstumsinitiativen und die Einführung von Eurobonds, die von Berlin weiterhin abgelehnt werden. Italien ist in der Rezession und steht wieder stärker unter dem Druck der Finanzmärkte. Monti hatte klar gemacht, ganz auf ein Ankurbeln zu setzen; die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone braucht seiner Ansicht nach den Euro-Rettungsfonds nicht. Der ehemalige EU-Kommissar ist eingesetzt, das hoch verschuldete Land aus der Krise zu führen. Er hat bereits harte Sparpläne durchgesetzt.

Am Abend wurde Hollande noch von seinem italienischen Amtskollegen Giorgio Napolitano empfangen. Die beiden Treffen dienten auch der Vorbereitung eines für den 22. Juni ebenfalls in Rom geplanten Vierergipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy sowie Hollande und Monti vor. Auch dabei dürfte es um mehr Wachstum vor allem in den in der Krise steckenden Ländern Südeuropas gehen.

Von

dpa

Kommentare (15)

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HeinzEngisch

14.06.2012, 20:44 Uhr

In seinem brillanten Buch "Die Tragödie des Euro" beschreibt Philipp Bagus auf leicht verständliche Weise, wie es in der Nachkriegszeit immer zwei sich widersprechende Visionen von Europa gab: Schuman, Adenauer und Erhard traten für die klassisch-liberale Vision ein: Europa als Freihandelszone. Die sozialistischen Politiker hingegen, insbesondere in Frankreich, verfolgten eine sozialistische Vision von Europa: Ein imperialer europäischer Superstaat. Damit sollte auch das französische Großmachtstreben befriedigt werden. Der Euro wurde von Sozialisten wie Mitterrand durchgesetzt, um die politische Union (anderer Neusprechbegriff: "europäische Integration") zu erzwingen, da die Sozialisten nach dem Fall der Mauer fürchten mussten, dass ihr sozialistisches Modell mit den osteuropäischen Ländern und deren Erfahrungen mit der UdSSR nicht mehr durchzusetzen sei. Der Euro ist nach dem Scheitern der EU-Verfassung die letzte Hoffnung der Sozialisten auf ihren EU-Superstaat. Wenn Merkel sagt: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa, dann offenbart sie damit, welchem Modell von Europa sie anhängt. Die Vertreter des klassisch-liberalen Modells wollten nie eine sozialistische Einheitswährung. Die Sozialisten nutzen nun jede Krise, um mehr Macht nach Brüssel zu verlagern.

Idiots_for_Eurobombs

14.06.2012, 20:49 Uhr

Ist doch logisch, dass sich die beiden zusammenschließen, um an das übrige Ersparte einschließlich der Bankensicherung der Deutschen ranzukommen. Notfalls muss Deutschland eben den Euro verlassen, dann sind die gezwungen, ihre eigenen Leute zur Kasse zu bitten. Warum wird so ein Schrott überhaupt noch abgedruckt und diesen Gestalten ein Forum gegeben?

Terrone

14.06.2012, 20:49 Uhr

Sparplaene hat Monti noch nicht durchgesetzt, die Arbeitsmarktreform haengt auch ... erhoeht hat er bisher nur die Grundsteuern und die Mineraloelsteuern, und mehr kommt da auch nicht mehr - der hat keine zeit, telefoniert alle 2 Stunden mit Hussein Obama und reist durch Europa, wegen der Fototermine.

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