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08.07.2012

12:44 Uhr

Aufbauhilfe

Geberländer beschließen 16 Milliarden Dollar für Afghanistan

Die Geberländer wollen auch nach dem Abzug der Truppen aus Afghanistan das gebeutelte Land unterstützen. Doch ganz so optimistisch, wie der erste Eindruck es erwarten lässt, ist die Stimmung auf der Konferenz nicht.

Delegierte der Geberländer während der Konferenz in Tokio. dapd

Delegierte der Geberländer während der Konferenz in Tokio.

Tokio / KabulAfghanistan kann auch nach dem Abzug der ausländischen Truppen 2014 mit milliardenschweren Hilfen für den Wiederaufbau rechnen. Die internationale Gemeinschaft sagte dem vom Krieg gezeichneten Land am Hindukusch bei einer Geberkonferenz am Sonntag in Tokio insgesamt 16 Milliarden Dollar für die nächsten vier Jahre zu. Die USA, die Europäische Union (EU) und Deutschland verlangten im Gegenzug Reformen. An der Konferenz nahmen Vertreter von etwa 80 Ländern sowie von Hilfsorganisationen und Weltbank teil.

"Wir haben vereinbart, dass wir eine neue Form der langfristigen, wirtschaftlichen Partnerschaft brauchen, die auf dem Fortschritt Afghanistans basiert, Ziele zu erreichen, Korruption zu bekämpfen, Reformen umzusetzen und eine gute Führung zu gewährleisten", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton. Auch die wirtschaftliche Situation der Menschen müsse sich verbessern, ebenso die Lage der Frauen. "Die Sicherheit Afghanistans kann nicht nur über die Abwesenheit von Krieg gemessen werden", sagte Clinton.

Die zugesagten Gelder belaufen sich auf vier Milliarden Dollar jährlich. Die afghanische Zentralbank hat den Bedarf auf sechs Milliarden Dollar geschätzt. Die Hilfsbereitschaft für das Land ist in den vergangen Jahren gesunken. Zweifel, ob die Milliarden auch tatsächlich in der Entwicklungshilfe ankommen, sind ein Grund dafür, ebenso die anhaltend fragile Sicherheitslage.

Der Kampf gegen die islamistischen Taliban gestaltet sich schwierig. Kurz vor der Geberkonferenz wurde Reuters ein Video von der Hinrichtung einer Frau auf offener Straße in einem Ort in der Nähe Kabuls bekannt. Sie soll angeblich Ehebruch begangen haben. Die Scharia, das islamische Recht, sieht dafür die Todesstrafe vor. Das Video zeigt einen mit einem Turban bekleideten Mann, der vor den Augen von etwa 150 jubelnden Männern fünf Mal mit einer Maschinenpistole auf eine am Boden kniende Frau schießt. Ein Beobachter ist mit den Worten zu hören: "Es ist Allahs Befehl, dass sie hingerichtet wird."

Kommentare (2)

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08.07.2012, 13:18 Uhr

16 Mrd. für einen US-Stützpunkt für Angriffe auf Afghanistan, später Russland und China.
Unterstützung für Drogenkartell, das von der CIA gesteuert und kontrolliert wird.

Ben

08.07.2012, 13:19 Uhr

Enwicklungsgelder um die Rauschgiftfelder der USA zu vergrößern ??

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