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01.03.2011

09:46 Uhr

Auffällige Flugbewegungen

Gaddafi soll Flucht nach Weißrussland planen

Noch gibt es kein Flugverbot über Libyen. Für Staatschef Gaddafi und seine Familie ist das die Gelegenheit, das Land zu verlassen. Ob es gelingt? Großbritannien droht mit Militär.

Chavez hält zu Gaddafi

Video: Chavez hält zu Gaddafi

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Stockholm/TripolisDer libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi und seine Familie bereiten möglicherweise eine Flucht nach Weißrussland vor. Darauf deuten nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes Sipri mindestens zwei Flüge von Gaddafis Privatflugzeug von Tripolis zu einem weißrussischen Flugplatz in den letzten sieben Tagen hin. Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko gilt als letzter Diktator Europas

Sipri-Experte Hugh Griffiths sagte am Dienstag im schwedischen Rundfunksender SR, ein Überwachungssystem für Waffentransporte habe die Flüge nach Weißrussland zweifelsfrei identifiziert. Erwiesen sei auch, dass das Land in den letzten Wochen 40 Tonnen Waffen an Libyen geliefert habe. Als Zahlungsmittel habe Gaddafi mit seinem Privatjet wahrscheinlich Diamanten nach Weißrussland geschafft. Der libysche Staatschef hat allerdings seit Ausbruch der Unruhen eine Flucht ins Ausland stets ausgeschlossen.

Der britische Premierminister David Cameron verschärfte derweil den Ton gegenüber Libyens Staatschef. „Wir schließen die Nutzung militärischer Mittel in keiner Weise aus“, sagte Cameron in der Nacht zum Dienstag, nachdem der libysche Diktator in einem Interview mit dem britischen Sender BBC erneut bestritten hatte, dass es in der Hauptstadt Tripolis Proteste gebe. „Wir dürfen es nicht tolerieren, dass das Regime Militärkräfte gegen das eigene Volk einsetzt“, appellierte Cameron an die internationale Staatengemeinschaft.

Der britische Premier beauftragte Regierungsmitarbeiter, Pläne für eine Flugverbotszone über Libyen zu erstellen. Es könne außerdem darüber nachgedacht werden, die Gaddafi-Gegner mit Waffen zu versorgen, sagte Cameron. „Natürlich müssen wir die internationalen Gesetze einhalten, aber mein Argument ist, dass wir jetzt die Vorbereitung und Planung umsetzen müssen, weil niemand sicher sein kann, was Oberst Gaddafi mit seinem Volk macht.“

Kommentare (3)

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Revenga

01.03.2011, 10:14 Uhr

Hallo,

ich persönlich finde das Verhalten dem von britischen Premierminister David Cameron für maßlos übertrieben.

Das in Lybien eingeschritten werden muss steht außer Frage, aber eine Waffenlieferung an Gaddafi-Gegener kann auf keinen Fall die Lösung sein.

Eine militärische Lösung würde, meiner Meinung nach, genauso wie in Afgahnistan oder im Irak ablaufen und wie diese beiden Kriege verlaufen sind wissen wir alle nur zu gut.

Darüber hinaus bezweifle ich, dass Herr Cameron ein anderes Interesse als stabile Ölpreise hat.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
K.T.

Account gelöscht!

01.03.2011, 12:19 Uhr

Das Land, welches Gaddafi eine Rückzugsmöglichkeit bietet, sollte ebenfalls mit Sanktionen und internationaler Ächtung belegt werden. Somit sollte allen Diktatoren dieser Welt klar gemacht werden, dass es für sie keine Chancen mehr gibt.

Account gelöscht!

01.03.2011, 12:23 Uhr

Das Land, welches Gaddafi eine Rückzugsgelegenheit bietet, sollte ebenso international geächtet und mit Sanktionen belegt werden. Das sollte als ein Signal an alle Diktatoren dieser Welt geschickt werden. Auch Mubarak und Ben Ali sollten mit einbezogen werden.

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