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17.03.2011

13:17 Uhr

Aufklärungsflüge

USA setzen Drohnen in Mexikos Drogenkrieg ein

Vondapd

Seit 2009 unterstützt der US-Grenzschutz die mexikanische Regierung mit ferngesteuerten Drohnen, um den Nachbarn im Drogenkrieg zu helfen. Die Aufklärungsflüge sind Teil eines bislang geheim gehaltenen Abkommens.

Eine unbemannte Drohne der US Airforce. Quelle: Reuters

Eine unbemannte Drohne der US Airforce.

Mexiko City Der US-Grenzschutz hat in einer verdeckten Operation bereits seit 2009 Drohnen in das mexikanische Grenzgebiet geschickt, wie die Associated Press (AP) jetzt herausfand. Damit sollten die lokalen Behörden bei der Überwachung von mutmaßlichen Drogenhändlern unterstützt werden. Die Aufklärungsflüge waren von Mexiko abgesegnet, aber keines der beiden Länder hatte sie bisher öffentlich gemacht. Die Einbindung der USA in den mexikanischen Drogenkrieg ist damit weit größer als angenommen. US-Behörden bildeten mexikanische Soldaten aus, die Geheimdienstinformationen an ihre Kollegen jenseits der Grenze weitergäben.

Unter mexikanischer Aufsicht

Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsrats in Mexiko habe man aber immer selbst die Ziele und Aufgaben der amerikanischen Drohnen bestimmt. Ihr Einsatz sei außerdem in Einklang mit dem mexikanischen Gesetz und Menschenrechten. Ein Mitarbeiter des US-Heimatschutzes bestätigte gegenüber AP, dass die Operation seit Anfang 2009 läuft und insgesamt vier Drohnen im Einsatz sind. Ein mexikanischer Beamter sei bei den Flügen im Kontrollzentrum anwesend. Bisher seien Dutzende solcher Flüge durchgeführt worden, sagte der Beamte weiter.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Grenzschutzes spricht hingegen von gelegentlichen Flügen im Jahr 2009. Offiziell wurde bisher nur der Einsatz einer Drohne bestätigt. Juan Munoz Torres, Sprecher des US-Grenzschutzes, sagte, die Behörde habe die Drohne im Juli 2009 nach Mexiko geschickt, um bei der Aufklärung des Mordes an ihrem Agenten Robert Rosas zu helfen.

Die Drohnen vom Typ Predator kosten mehr als zehn Millionen Dollar pro Stück und sind mit hochempfindlichen Kameras ausgestattet. Anders als die ähnlichen Drohnen der US-Armee, die in Pakistan eingesetzt werden, sind sie aber nicht mit Waffen ausgerüstet. Im Februar begann außerdem eine weitere Operation, in deren Rahmen eine Black-Hawk-Drohne der US-Luftwaffe gelegentlich Flüge in das Nachbarland durchführte. Auch sie wurde erst am Mittwoch durch einen Artikel der „New York Times“ bekannt.

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