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18.01.2015

19:57 Uhr

Aufregung um „Charlie Hebdo“-Cover

Pakistaner demonstrieren gegen Mohammed-Karikatur

Sie waren aufgebracht, aber nicht ungehalten: Tausende Pakistaner protestierten am Sonntag gegen die neue Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Anders als die Proteste in Niger endeten die Aktionen nicht in Gewalt.

Ihr Ärger richtet sich auch gegen die, die die Meinungsfreiheit öffentlich verteidigen – Demonstranten halten im pakistanischen Karachi durchgestrichene Abbildungen des französischen Präsidenten hoch. Reuters

Ihr Ärger richtet sich auch gegen die, die die Meinungsfreiheit öffentlich verteidigen – Demonstranten halten im pakistanischen Karachi durchgestrichene Abbildungen des französischen Präsidenten hoch.

IslamabadTausende Demonstranten sind am Sonntag in Pakistan aus Protest gegen die neue Mohammed-Karikatur der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ auf die Straße gegangen. Kundgebungen gab es unter anderem in Karachi, Lahore, Multan und Peshawar. Nach Polizeiangaben verliefen die Märsche friedlich.

In Lahore rief der fundamentalistische Kleriker Hafiz Mohammed Saeed dazu auf, französische Produkte zu boykottieren und die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich zu kappen. Einzelne Demonstranten verbrannten die französische Fahne und verlangten, das Satiremagazin zu verbieten.

Mit der Mohammed-Karikatur auf dem Titel wollen die Macher von „Charlie Hebdo“ einem Terrorangriff auf die Redaktion des Magazins trotzen. Dabei waren am 7. Januar zwölf Menschen getötet worden. Nach dem islamischen Glauben ist bildliche Darstellung des Propheten aber streng verboten.

Im Iran bekamen Unterstützer und auch solche Akteure, die die Redefreiheit der Karikaturisten nur akzeptierten und darüber berichteten, Probleme. So ist nach Berichten der Nachrichtenagentur Tasnim die Zeitung Mardom-e Emrooz von den iranischen Behörden geschlossen worden, nachdem sie ein Zitat des US-Schauspielers George Clooney zu den Anschlägen in Paris gebracht hatte. Die iranischen Behörden äußerten sich auf Nachfrage westlicher Medien dazu nicht, allerdings hatte der Außenminister Mohammad Zarif kürzlich in einem Gespräch mit seinem US-Kollegen John Karry um eine Auszeit zur ruhigen Reflektion „dieses gefährlichen Moments“ gebeten. Dem stand wohl die Veröffentlichung Mardom-e Emrooz entgegen. Die Nachrichtenagentur der Islamischen Republik hat Medienberichten zufolge eine Gegenkampagne zu der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe und den Solidaritätsbekundungen „Je suis Charlie“ gestartet: Sie titelte demnach „Ich liebe Mohammed“.

Von

dpa

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