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06.11.2012

15:45 Uhr

Aufruhr gegen Sparpaket

Griechen bestreiken zwei Tage ihr Land

Das Maß für die Menschen in Griechenland scheint voll zu sein. Hunderttausende streiken gegen das neue schwere Sparprogramm. Es trifft wieder hauptsächlich die Rentner und Arbeitnehmer.

Demonstranten auf dem Weg zum Parlament: Unmut gegen das Sparpaket. dapd

Demonstranten auf dem Weg zum Parlament: Unmut gegen das Sparpaket.

AthenDie Geldgeber und die Regierung in Athen drehen noch einmal die Sparschraube fester. 13,5 Milliarden Euro sollen die Griechen bis 2014 einsparen. Aus Protest gegen Kürzungen von Renten und Gehältern haben am Dienstag umfangreiche Streiks in Griechenland begonnen. Am Mittwoch soll das Parlament über das umstrittene Sparprogramm abstimmen. Es wird mit vielen Abweichlern gerechnet.

Am Montagabend hatte die Regierung nach mehrmonatigen Verhandlungen mit den Geldgebern ihr neues Sparprogramm vorgelegt. Es sieht weitere Einschnitte bei den Bezügen von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst und beim Kindergeld vor.

Am schwersten trifft es die Rentner: Pensionen und Renten sollen zum viertel Mal innerhalb von drei Jahren gekürzt – diesmal zwischen 5 und 15 Prozent. Das Rentenalter wird von 65 auf 67 Jahre angehoben. Das Weihnachtsgeld für Rentner und Staatsbedienstete gestrichen werden. Die Gewerkschaften rechneten bereits aus, dass diese Kürzungen im Durchschnitt 2000 Euro Einkommensverluste für die Rentner bedeuten.

Die Durchschnittsrente liegt derzeit bei 617, der Durchschnittslohn bei 950 Euro. Die Arbeitgeber können Verträge mit jedem einzelnen Arbeitnehmer getrennt und unabhängig von Tarifverträgen schließen. „Es sind dramatische Änderungen. Wir kehren zu Zeiten zurück, wo es kaum Arbeitnehmerrechte gab“, kommentiert Savvas Robolis, Chef des Instituts für Arbeit des einflussreichen Gewerkschaftsverbandes des privaten Sektors (GSEE).

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Auch die Staatsbediensteten sollen bis 20 Prozent ihres Einkommens verlieren. Der Chef einer Klinik soll beispielsweise künftig 1665 Euro monatlich verdienen. „Und damit glauben sie, dass sie Krankenhäuser betreiben werden“, sagte der Chef der Gynäkologischen Klinik von Athen, Giorgos Farmakidis.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

06.11.2012, 12:45 Uhr

PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

Es bleibt der Weltöffentlichkeit hoffentlich nicht erspart, einen von Goldman-Sachs geschulten und versierten General in Staatsführung zu erleben.
Warum der beschriebene Chefgynäkologe nicht Reeder geworden ist und er wohl nicht den zwei Dutzend Familien angehört, die dieses Land seit Jahrzehnten malträtieren entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber solch´ Chaos - das kann schon mal Gelüste wecken - bei Nachbarn.

GRIECHENLAND BLEIBT PLEITE.

steuerhilfe.net

06.11.2012, 12:45 Uhr

Selbst wenn die das Sparpaket nicht beschließen, werden demnächst die 31.000.000.000 € an Griechenlands Gläubiger überwiesen. Alles andere wäre eine Überraschung und die politische, korrupte Kaste wird dafür schon eine fadenscheinige Begründung finden.
Da braucht man sich nichts vor machen.

Kapturak

06.11.2012, 12:53 Uhr


Über das Schicksal des unseligen Euro wird nicht in den Teppichetagen der EZB, der EU-Kommission und des Kanzleramts entschieden, sondern am Ende auf der Sraße: solange die Menschen in Südeuropa sich die Machenschaften der EU und des Bankensystems gefallen lassen, hat der Euro Bestand. Aber irgendwann wird die Geduld zu Ende sein.

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