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23.10.2012

20:33 Uhr

Aufsichtsräte

EU schiebt Entscheidung über Frauenquote auf

Die EU-Kommission ist intern so stark zerstritten, dass sie ihre Entscheidung über eine Frauenquote für Aufsichtsräte aufschieben muss. Gescheitert sei der Vorstoß jedoch noch nicht.

EU-Kommissarin Viviane Reding. AFP

EU-Kommissarin Viviane Reding.

Straßburg/BrüsselDie EU-Kommission hat wegen eines internen Streits die Entscheidung über eine Frauenquote für die Aufsichtsräte von Europas börsennotierte Unternehmen vertagt. Ob es die Quote geben werde oder nicht solle nun am 14. November beschlossen werden, verlautete am Dienstag aus Kommissionskreisen.

Trotz der Verschiebung sei der Vorstoß von Justizkommissarin Viviane Reding aber noch nicht gescheitert, hieß es. Noch bevor dieser Vorschlag überhaupt verabschiedet war hatte die Kommissarin bereits einen weiteren Vorschlag erarbeitet, der eine Frauenquote auch für die Vorstände propagiert.

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Die Tinte des ersten Gesetzesentwurfs für mehr Frauen in Führungspositionen ist noch nicht trocken. Doch EU-Justizkommissarin Reding will mehr - und nimmt sich nach den Aufsichtsräten jetzt die Vorstände vor.

Dem letzten Vorschlag Redings zufolge sollten auch Vorstände schon im kommenden Jahr von einer ähnlichen Regelung wie die Aufsichtsräte erfasst werden. Das ging aus einem Strategiepapier hervor, das Reding eigentlich in der kommenden Woche zusammen mit dem Gesetzesentwurf zur geplanten Quote in der EU präsentieren wollte.

Reding selbst will die Waffen noch nicht strecken. "Seit hundert Jahren kämpfen wir, was machen ein oder zwei Wochen da für einen Unterschied?", sagte sie auf einem spontan einberufenen Pressebriefing in Straßburg. Entscheidend sei, dass ein gutes Gesetz herauskomme. Und das soll nach ihrem Wunsch vorschreiben, das Vorstandsetagen börsennotierter Unternehmen bis 2020 zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sind. Das geht in die Richtung des Bundesrates in Berlin, der Ende September für eine Quote für Aufsichtsräte gestimmt hat, mit dem Ziel, bis 2023 auf einen Frauenanteil von 40 Prozent zu kommen.

2013 werde die Kommission die „laufende Gesetzgebung zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Aufsichtsratsgremien börsennotierter Unternehmen um einen Vorschlag für ein Rechtsinstrument für Vorstandsgremien ergänzen“, hieß es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Dieser neue Vorstoß war umso erstaunlicher, als dass schon der Vorschlag zu den Aufsichtsräten für massiven Widerstand sorgt. So haben neun Mitgliedstaaten der EU vehement gegen eine Quotenregelung für Aufsichtsräte opponiert und in der Vergangenheit mit der Blockade des gesamten Projekts gedroht. Die Mitgliedstaaten müssen den Plänen mehrheitlich zustimmen, Einstimmigkeit ist nicht notwendig.

Kommentare (7)

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Micha

23.10.2012, 17:11 Uhr

Dann auch eine Frauenquote für Müll-"Frauen", Dachdeckerinnen, LKW-Fahrerinnen, Akkordarbeiterinnen, Straßenreinigerinnen, Bauarbeiterinnen,... Nicht nur die Rosinen aussuchen!
Wenn wir dann gleich dabei sind, auch bei Verurteilungen die gleichen Strafmaße ansetzten wie bei Männern und nicht vergessen die gleichen Renteneintrittsalter einführen. Es ist diskriminierend, daß Männer vor Gericht für gleiche Taten höher bestraft werden (Tatsache!!!) als Frauen und Frauen trotz längerer Lebenszeit früher in Rente gehnen.

Alfred01

23.10.2012, 17:50 Uhr

Männerdiskriminierung ist bei diesem Gender-Wahnsinn gewollt!

derostenistrot

23.10.2012, 17:53 Uhr

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