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29.01.2005

19:32 Uhr

Aufständische ermorden Iraker

Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf amerikanische Botschaft in Bagdad

Bei einem Raktenangriff auf die US-Botschaft in Bagdad sind mindestens zwei Amerikaner getötet und sechs verletzt worden. Die irakische Regierung verlängerte den Ausnahmezustand.

HB BERLIN. Einen Tag vor der Parlamentswahl im Irak hat die Regierung den seit November geltenden Ausnahmezustand um einen weiteren Monat verlängert. Die Aufständischen setzten unterdessen ihre Einschüchterungskampagne fort. Bei einem Raketenangriff auf die US-Botschaft in Bagdad sind laut US-Angaben mindestens zwei Amerikaner getötet und sechs weitere verletzt worden.

Im Kurdengebiet im Norden des Landes riss ein Selbstmordattentäter acht Menschen mit in den Tod. Rebellen beschossen außerdem Wahllokale in acht irakischen Städten. Der Ausnahmezustand gilt einem Sprecher von Ministerpräsident Ajad Allawi zufolge für das ganze Land mit Ausnahme des Kurdengebiets im Norden Iraks.

Westlich von Bagdad, in Ramadi, wurden fünf Iraker tot aufgefunden. Ihre Hände waren zusammengebunden, eine Leiche war geköpft worden. Aufständische hatten den Männern vorgeworfen, mit den US-Truppen zu kooperieren. Bei einem Angriff auf eine Kaserne der Nationalgarde in Suwajrah in der Mitte des Landes wurde ein irakischer Soldat getötet, wie die polnischen Streitkräfte mitteilten.

Extremisten haben wiederholt mit Anschlägen vor und während der Parlamentswahl gedroht. Erst am Freitagabend wurden in der nordirakischen Stadt Beidschi Bombenanschläge auf vier Schulen verübt, die als Wahllokale dienen.

Die amerikanischen und irakischen Truppen verhängten strenge Sicherheitsvorkehrungen, darunter die Schließung der Landesgrenzen und des Flughafens von Bagdad sowie die Ausweitung des Ausgehverbots.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Basra mehrere hundert Polizeiuniformen verschwunden sind, mit denen Aufständische Kontrollen umgehen könnten. Aus einem Gefängnis in Umm Kasr südlich von Basra wurden außerdem vier Polizeifahrzeuge gestohlen. Die Behörden befürchten, dass die Autos für Selbstmordanschläge benutzt werden.

US-Präsident George W. Bush bezeichnete die Wahl am Sonntag als den Beginn von Frieden, Stabilität, Wohlstand und Gerechtigkeit im Irak. In seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag mahnte er jedoch zugleich, das die Gewalt der Aufständischen damit nicht zu Ende sei. Er sicherte der irakischen Regierung die Unterstützung der USA auch nach der Wahl zu.

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