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17.06.2011

19:09 Uhr

Aufstand in Syrien

Assad-Anhänger schiessen im Libanon um sich

Mit Maschinengewehren und Panzerfäusten: Drei Menschen sterben in Tripoli bei Kämpfen zwischen Anhängern des syrischen Assad-Regimes und ihren Gegnern. Die libanesische Armee schreitet ein, um das Blutvergießen zu beenden.

Libanesische Soldaten schreiten bei Protesten in Tripoli ein. Quelle: dpa

Libanesische Soldaten schreiten bei Protesten in Tripoli ein.

BeirutIn der nord-libanesischen Hafenstadt Tripoli sind am Freitag bewaffnete Gegner und Anhänger des Assad-Regimes aus dem benachbarten Syrien aneinandergeraten. Die militanten Gruppen bekämpften einander mit Maschinengewehren und Panzerfäusten. Dabei wurden drei Menschen, unter ihnen ein libanesischer Regierungssoldat, getötet und neun weitere verletzt. Das bestätigten Sicherheitskreise in Beirut. Die libanesische Armee musste einschreiten, um das Blutvergießen zu beenden. Gewalttätige Zusammenstöße zwischen Sunniten und Alewiten sind allerdings in Tripoli seit 2008 keine Seltenheit.

Seit dem Aufkommen der Proteste in Syrien erhielten sie jedoch noch eine besondere Note. Die sunnitischen Militanten sympathisieren mit der hauptsächlich von Sunniten getragenen Anti-Regime-Bewegung in Syrien. Die Alewiten identifizieren sich wiederum mit der Führung in Damaskus, deren Machtapparat sich auf den alewitischen Clan des Präsidenten Baschar al-Assad stützt. Der Gewalt am Freitag ging eine Kundgebung von rund 600 Sunniten in Tripoli voraus, die ein Ende des Assad-Regimes forderten.

Im Libanon leben Sunniten, Schiiten und Christen sowie kleinere religiöse Gruppen wie Drusen und Alewiten. Die Macht ist zwischen diesen Konfessionen auf komplizierte Weise ausbalanciert. Zwischen 1975 und 1990 erschütterte ein blutiger Bürgerkrieg das kleine Land am Mittelmeer.

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