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27.01.2011

17:12 Uhr

Aufstand in Tunesien, Ägypten, Jemen

Das verflixte 30. Jahr

VonHannes Vogel

Drei Jahrzehnte zitterte das Volk vor Ben Ali, Husni Mubarak und Ali Salih - jetzt zittern die Diktatoren vor ihrem Volk. In Ägypten greift Mohammad El-Baradei nach der Macht, im Jemen demonstrieren Zehntausende - in der arabischen Welt wird nichts mehr sein wie vorher.

Der ehemalige IAEA-Chef El-Baradei hat Ägyptens Präsident Mubarak zum Rücktritt aufgefordert und sich selbst als Übergangspräsident ins Spiel gebracht. Reuters

Der ehemalige IAEA-Chef El-Baradei hat Ägyptens Präsident Mubarak zum Rücktritt aufgefordert und sich selbst als Übergangspräsident ins Spiel gebracht.

DÜSSELDORF. Glaubt man an die Bedeutung von Namen, ist Ägyptens Präsident Husni Mubarak "der Schöne Gesegnete". Die letzten drei Jahrzehnte stimmte das auch: Mubarak stand unangefochten an der Spitze der ägyptischen Staatspartei NDP. Doch davon kann inzwischen keine Rede mehr sein. Zwei Wochen nach dem Sturz von Tunesiens Diktator Ben Ali erschüttert eine Welle von Protesten die arabische Welt, von Tunis bis Sanaa ziehen Tausende Menschen durch die Straßen und fordern den Sturz ihrer korrupten Machthaber.

"Mubarak, dein Flugzeug wartet schon" riefen Demonstranten, nachdem Tunesiens Diktator Ben Ali sein Land Hals über Kopf zurückließ - mit 1,5 Tonnen Gold im Gepäck. Nun klingen ihre Worte wie Hellseherei: Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohamed ElBaradei, hat den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zum Rücktritt aufgefordert und sich nach Medienberichten für eine Übergangsregierung in Ägypten angeboten.

Der arabische TV-Sender Al-Arabija blendete am Donnerstag die Meldung ein: "ElBaradei: Bereit die Macht zu übernehmen, wenn die Straße es will." Es sei an der Zeit, dass Mubarak in den Ruhestand gehe, sagte der Reformpolitiker am Donnerstag. Der Friedensnobelpreisträger kündigte zugleich an, sich an den Protestaktionen in seinem Heimatland zu beteiligen.

El-Baradei erwartet für Freitag Großdemonstrationen in ganz Ägypten. Einige Protestgruppen forderten die Bürger auf, nach dem Freitagsgebet von den Moscheen aus loszumarschieren. "Wandel ist unvermeidbar", sagte der 68-Jährige vor seinem Abflug nach Kairo in Wien, wo er bislang lebt. Die Regierung müsse auf die Demonstranten hören, wenn sie eine weitere Eskalation der Gewalt verhindern wolle.

Nicht nur in Ägypten, auch im Jemen gibt es Massenproteste gegen die Regierung: Zehntausende Menschen forderten dort am Donnerstag den Sturz von Präsident Ali Abdullah Saleh - auch er regiert sein Land wie Mubarak und Ben Ali seit fast 32 Jahren. Die Demonstranten versammelten sich an vier verschiedenen Orten in der Hauptstadt Sanaa. Angeführt wurden die Proteste von Mitgliedern der Opposition und Jugendaktivisten.

Was bedeutet das alles für die arabische Welt? Fest steht, dass den Protesten in Ägypten eine Schlüsselrolle zukommt: Ägypten ist das größte arabische Land und prägt mit seiner Leitkultur den gesamten Nahen Osten. Im Herbst wird in Kairo ein neuer Präsident gewählt. Bisher rechnet man damit, dass entweder Mubarak selbst noch einmal kandidiert oder seinen Sohn Gamal als Nachfolger installiert. Das könnte sich mit den Protesten ändern.

Kommentare (7)

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Torsten

27.01.2011, 18:21 Uhr

Ein Friedensnobelpreis ist keine Gewaehr fuer Erfolg und politischen Realismus - das sehen wir ja auch an anderer Stelle. in Tunesien hat sich die Armee gegen ben Ali gestellt - das war sein politisches Ende. in Aegypten ist die Armee Machttraeger - und garantiert den Frieden mit israel; das garantiert Unterstuetzung des Estens, auch wenn oeffentlich vielleicht Etwas anderes gesagt wird. Der Egomane El baradei wird zumindestens feststellen, dass er die Demonstranten nicht schuetzen kann - und vielleicht auch (hoffen wir aber nicht), dass auch er nicht unsterblich ist.

leo keijzer

27.01.2011, 18:44 Uhr

Geachte Redactie, ik lees in verband met de Eurocrisis dagelijks Handelsblatt.Handelsblatt is zeer terzake de ontwikkelingen binnen de Eerozone.ik volg eveneens de Duitse politiek.Duitse politiek en Eurozone zijn zeer nauw met elkaar verbonden.!!ik zou volgaarne kommentaar willen produceren.ik beheers echter onvoldoende (helaas) de Duitse taal om absoluut duidelijk te kunnen zijn.Een Nederlands commentaar is echter heel wel mogelijk,maar zal waarschijnlijk,en begrijpelijk,niet kunnen worden geplaatst.Vielen dank und herzlich grüsze.! Leo Keijzer, 26-12-193l ich bin Hollander so wie Deutscher.!ich liebe Deutschland viel Glück.!!

Das Zeichen zum Aufstand war die Sofi am 04.01.2011

27.01.2011, 19:25 Uhr

schon Nostradamus hatte diese ereignisse voraussgesagt!!!

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