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24.06.2011

09:38 Uhr

Auftakt

Chaotische Zustände beim Timoschenko-Prozess

Wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauch muss sich die frühere ukrainische Staatschefin ab heute vor Gericht verantworten. In Kiew kommt es zu Schlägereien zwischen Anhängern und Gegnern der Oppositionspolitikerin..

Julia Timoschenko, die ehemalige ukrainische Staatschefin (Archiv). Quelle: dpa

Julia Timoschenko, die ehemalige ukrainische Staatschefin (Archiv).

KiewUnter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat in Kiew der Prozess gegen die ukrainische frühere Regierungschefin Julia Timoschenko begonnen. Der prominenten Oppositionspolitikerin wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Hunderte Anhänger versammelten sich am Freitag im Zentrum der Hauptstadt. Einige lieferten sich Schlägereien mit Timoschenko-Gegnern.

„Ich erkenne dieses Gericht nicht an“, sagte die prowestliche Politikerin. In dem kleinen überfüllten Gerichtssaal herrschten chaotische Zustände, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Timoschenko wirft Präsident Viktor Janukowitsch vor, die Justiz für politische Zwecke zu missbrauchen. Dies weist der prorussische Staatschef zurück.

Die Verteidigung stellte einen Befangenheitsantrag gegen den von Janukowitsch erst vor kurzem ernannten und völlig unerfahrenen Richter. Außer zahlreichen Journalisten verfolgte auch der EU-Botschafter in Kiew, José Manuel Pinto Teixeira, den Auftakt des Verfahrens. Westliche Politiker hatten sich mehrfach kritisch über die Anklage geäußert.

Laut Anklage hat die Ukraine während Timoschenkos Amtszeit durch einen ungünstigen Gasvertrag mit Russland Hunderte Millionen Euro verloren. Zudem soll Timoschenko mehr als 220 Millionen Euro zweckentfremdet haben. Timoschenko war nach der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 Ministerpräsidentin geworden. 2010 verlor sie bei der Präsidentenwahl gegen Janukowitsch.

Von

dpa

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