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11.09.2016

16:10 Uhr

Ausbau des Atom-Programms geplant

Nordkorea will Anerkennung als Atomwaffenstaat

Das international isolierte Regime in Nordkorea erlebt derzeit verheerende Überschwemmungen, zehntausende Wohnungen sind eingestürzt. Doch die Atomtests gehen unvermindert weiter – trotz internationaler Proteste.

Führer Kim Jong Un (M), spricht an einem nicht bekannten Ort mit Wissenschaftlern und Technikern, die am Atomwaffen-Programm beteiligt sind. dpa

Nordkorea

Führer Kim Jong Un (M), spricht an einem nicht bekannten Ort mit Wissenschaftlern und Technikern, die am Atomwaffen-Programm beteiligt sind.

TokioNach seinem erneuten Atomwaffentest hat Nordkorea seine Anerkennung als „Atomwaffenstaat“ gefordert. Die Weigerung von US-Präsident Barack Obama, Nordkoreas „strategische Position als legitimer Atomwaffenstaat“ anzuerkennen, sei so unsinnig, wie zu versuchen, „die Sonne mit seiner Handfläche zu verdecken“, sagte ein Außenamtssprecher am Sonntag.

Denn ungeachtet der weltweiten Kritik an dem erneuten Atomtest hat Nordkorea angekündigt, den Ausbau seines Nuklear-Programms voranzutreiben. Die nach seinem jüngsten Atombombentest geplanten weiteren Verschärfungen der internationalen Sanktionen bezeichnete das kommunistische Regime am Sonntag als „lachhaft“.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte den jüngsten Atomtest als „schamlose Missachtung“ bestehender Sanktionen verurteilt und angemessene Maßnahmen angekündigt. Die USA erwägen eigene zusätzliche Konsequenzen.

Atomtest in Nordkorea: Größere Sprengkraft als die Hiroshima-Bombe

Atomtest in Nordkorea

Größere Sprengkraft als die Hiroshima-Bombe

Pjöngjang meldet seinen fünften Atomwaffentest. Experten zufolge war die Sprengkraft größer als bei der Bombe in Hiroshima. Berlin verurteilt den Test als „Provokation“ und bestellt den Botschafter ein.

Der insgesamt fünfte Atomtest des isolierten Staates am Freitag hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Experten zufolge hatte die Detonation eine größere Sprengkraft als die Atombombe, die die USA im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima abwarfen.

Nordkorea ist damit nach eigenen Angaben seinem Ziel näher gekommen, verfeindete Staaten mit Atomraketen angreifen zu können. Inwieweit das Regime von Kim Jong Un aber tatsächlich Raketen mit Atomsprengköpfen bestücken kann, konnte von unabhängiger Seite bislang nicht bestätigt werden.

Der Nordkorea-Beauftragte der USA, Sung Kim, stellte am Sonntag in Tokio weitere Schritte der USA sowie Japans in Aussicht. Zudem werde ein gemeinsames Vorgehen mit Südkorea geprüft. US-Präsident Barack Obama hatte bereits unmittelbar nach dem zweiten Atomtest innerhalb weniger Monate mit ernsten Konsequenzen gedroht.

Südkoreas Atom-Sonderbeauftragter sprach am Samstagabend mit seinem Amtskollegen in China und forderte eine neue Resolution des UN-Sicherheitsrats, wie das Außenministerium in Südkorea mitteilte. Auch China hatte als engster Verbündeter Nordkoreas den Test scharf verurteilt.

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