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22.09.2014

13:14 Uhr

Ausbildung für Anschläge

Chinesische Aufständische erhalten IS-Training

Ausländische Kämpfer stehen im Irak und Syrien zu Tausenden in den Reihen der Terrorgruppe Islamischer Staat. Auch Chinesen sollen mitkämpfen – zudem werden Aufständische von den Dschihadisten für Anschläge ausgebildet.

Ein Kämpfer des „Islamischen Staats“: Die Miliz hat Zulauf aus aller Welt.

Ein Kämpfer des „Islamischen Staats“: Die Miliz hat Zulauf aus aller Welt.

PekingDie Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bildet nach Darstellung der chinesischen Führung auch Aufständische aus der Unruhe-Provinz Xinjiang aus. Staatliche Medien berichteten am Montag, dass Separatisten aus dem Land geflohen seien, um sich von IS-Kämpfern für Anschläge in der Heimat schulen zu lassen. Es war das erste Mal, dass China ein Zusammenhang zwischen den Aufständischen und dem IS hergestellt hat.

In Xinjiang leben viele Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren. In der rohstoffreichen Region ist in der Vergangenheit immer wieder Gewalt aufgeflammt, hinter der nach Darstellung der Regierung Islamisten stecken.

Wie es zum Massaker am Tiananmen-Platz kam

15. April 1989

Der beliebte Reformer Hu Yaobang stirbt. Aus Trauerkundgebungen werden erste politische Proteste. In den folgenden Wochen nimmt die Zahl der Teilnehmer rasch zu.

22. April 1989

Zehntausende Studenten ziehen mit Transparenten auf den Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) in der Nähe des Regierungssitzes.

Mai 1989

Auch in anderen Städten demonstrieren Studenten. Die Teilnehmerzahlen gehen in die Hunderttausende. Staatsmedien verdammen die jungen Leute als Aufrührer. Diese wiederum verleihen ihren Forderungen durch einen Hungerstreik Nachdruck. Sie bauen Zelte auf und bleiben rund um die Uhr dort, um eine Räumung zu verhindern.

19. Mai

KP-Chef Zhao Ziyang versucht mit den Studenten eine Einigung auszuhandeln und scheitert. Zhao selbst wäre zu Reformen bereit; Betonköpfe in der Partei verhindern jedoch einen Kompromiss.

20. Mai

Truppen der Volksbefreiungsarmee erscheinen auf der Straße. Bürger schützen die Studenten, indem sie den Vormarsch blockieren. Die Pekinger Soldaten weigern sich, auf ihre Mitbürger zu schießen.

2. Juni

Nachdem der Militäreinsatz ausgeblieben ist, herrscht auf dem Tiananmen-Platz Partystimmung. Die Führung nutzt die Zeit jedoch, um ahnungslose Einheiten aus entfernten Provinzen in die Hauptstadt zu verlegen. Plötzlich steigt die Nervosität wieder steil an.

3. Juni spätabends bis 4. Juni frühmorgens

Die frischen Truppen führen ihren Befehl aus. Sie schießen sich ihren Weg zum Tiananmen-Platz frei. Mehrere hundert, einigen Quellen zufolge bis zu 2600 Menschen sterben, die meisten von ihnen solidarische Bürger, aber auch viele Unbeteiligte.

1992

Deng Xiaoping reißt das Land durch seine „Südreise“ aus der Lethargie, in die es nach dem Blutbad geraten ist. Er kündigt einen neuen Schub von Wirtschaftsreformen an. Eine neue Generation wächst seitdem im Wohlstand, aber weitgehend unpolitisch auf.

In der „Global Times“, die vom Zentralorgan der Kommunistischen Partei, „Renmin Ribao“, herausgegeben wird, hieß es, Ziel der Aufständischen sei auch das Knüpfen eines Netzes mit internationalen Extremisten-Organisationen. Chinesische Extremisten hätten sich bereits an Aktivitäten des IS im Irak und Syrien sowie bei IS-Verbündeten in Südost-Asien beteiligt. So seien in diesem Monat vier mutmaßliche Extremisten aus Xinjiang in Indonesien festgenommen worden.

Von

rtr

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