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07.01.2015

00:15 Uhr

Ausbleibende Löhne in Paraguay

Staudamm-Arbeiter protestieren mit Kreuzigung

Der Itaipú-Damm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay gilt als Wasserkraft-Meisterwerk. Doch Jahre nach dem Bau warten Arbeiter auf Lohn - und verleihen ihren Forderungen mit einem drastischen Mittel Nachdruck.

Vier ehemalige Mitarbeiter von Staudamm-Baufirma Unicom liegen an Kreuze genagelt vor der brasilianischen Botschaft in Asuncion (Paraguay). AFP

Vier ehemalige Mitarbeiter von Staudamm-Baufirma Unicom liegen an Kreuze genagelt vor der brasilianischen Botschaft in Asuncion (Paraguay).

AsunciónDie Regierung in Paraguay hat sich zu Gesprächen mit Arbeitern bereiterklärt, die sich aus Unmut über ausbleibende Löhne an Kreuze nageln ließen. Am 26. Januar solle es ein Treffen mit den Demonstranten geben, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit.

Damit reagierte es auf eine ungewöhnliche Protestform, die in dem südamerikanischen Land offenbar um sich greift. Den Anfang machten am 8. Dezember drei Arbeitslose vor der brasilianischen Botschaft in Asunción: Roque Samudio, Gerardo Orue und Roberto Gonzalez legten sich auf große Kreuze und ließen sich rund acht Zentimeter lange Nägel in ihre Hände treiben.

Zuletzt taten es ihnen ein Rentner und eine neunfache Mutter gleich. Am Dienstag wollte sich eine sechste Person ans Kreuz nageln lassen, rückte aber nach dem Gesprächsangebot der Regierung von dem Vorhaben ab. „Angesichts der Ankündigung sagen wir die sechste Kreuzigung ab“, bestätigte Organisator Carlos Gonzalez. Doch die anderen fünf blieben vorerst an den Kreuzen, fügte er hinzu.

Mit dem makabren Protest wollen die Betroffenen darauf aufmerksam machen, dass ihnen Tausende Dollar an Lohn für Arbeiten am Itaipú-Damm am Paraná-Fluss vorenthalten worden seien. Das ehrgeizige Wasserkraftwerk-Projekt an der Grenze zu Brasilien gilt weltweit als eines der größten seiner Art und wurde bereits vor vielen Jahren fertiggestellt.

Von

ap

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