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21.09.2013

01:37 Uhr

Ausblick angehoben

Moody's bescheinigt Irland Entwicklung aus der Krise

Irland bewegt sich zunehmend aus der Krise heraus. Das bestätigte die Ratingagentur Moody's dem Euro-Sorgenkind. Dank der Reform-Erfolge wurde der Ausblick angehoben. Damit eröffnen sich für das Land neue Chancen.

Das einstige Euro-Sorgenkind Irland darf auf eine bessere Einstufung hoffen: Moody´s hob den Ausblick an. dpa

Das einstige Euro-Sorgenkind Irland darf auf eine bessere Einstufung hoffen: Moody´s hob den Ausblick an.

DublinDas einstige Euro-Sorgenkind Irland kommt nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's Schritt für Schritt aus der Krise. Die Wirtschaft Irlands wachse wieder moderat, die Export-Aussichten hätten sich verbessert und das Land könne inzwischen auch wieder die Kapitalmärkte anzapfen, teilte Moody's am Freitag mit.

Zwar beließ Moody's ihre Rating-Einstufung mit "Ba1" auf Ramschniveau, hob aber wegen der positiven Entwicklung den Ausblick auf "neutral" von "negativ" an. Damit besteht die Chance, dass Irland auf Investment-Niveau hochgestuft wird, noch bevor es Ende 2013 wohl den Euro-Rettungsschirm verlassen wird. Eine bessere Einstufung dürfte die Kreditkosten verringern.

Iren - Die Nein-Sager in Europa

Bisherige Abstimmungen

Die Iren haben seit der Staatsgründung im Jahr 1937 mehr als ein Dutzend Mal über Verfassungsänderungen und wichtige EU-Verträge abstimmen müssen. Die Verfassung der kleinen Republik will es, dass Regierung und Parlament Irlands wichtige Themen nicht alleine bestimmen. Die Regierung braucht das Volk.

Nizza

Im Jahr 2001 haben die Iren erstmals aufhorchen lassen. Als die Nizza-Verträge zur EU-Erweiterung in Irland zur Abstimmung standen, stimmte eine Mehrheit von 54 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung war mit 35 Prozent sehr niedrig. Die Regierung um den damaligen Premierminister Bertie Ahern ließ 16 Monate später kurzerhand noch einmal abstimmen - diesmal bekamen die Nizza-Verträge bei erheblich höherer Wahlbeteiligung auch aus Irland das Go.

Lissabon

2008 folgte mit dem Lissabon-Vertrag das zweite Desaster. 53 Prozent sprachen sich bei einem Referendum gegen die Vereinbarungen aus. Premier Brian Cowen lässt sich daraufhin aus Brüssel zusichern, dass das Abtreibungsverbot im katholischen Irland bleiben darf und die Kommission nicht verkleinert wird - was den irischen Einfluss in Brüssel hätte mindern können. Im Oktober 2009 stimmen die Iren schließlich - erneut im zweiten Anlauf - zu.

Fiskalpakt

Beim Fiskalpakt würde ein Nein aus Irland nun keine Veto-Wirkung mehr entfalten. Nur zwölf der 17 Euro-Länder müssen den Pakt ratifizieren, um ihn in Kraft treten lassen zu können. Die Iren würden sich möglicherweise jedoch ins eigene Fleisch schneiden. Sie könnten im Bedarfsfall keine Hilfen mehr aus dem neuen Stabilitätsmechanismus ESM erwarten.

Irland musste im November 2010 als zweiter Euro-Staat nach Griechenland mit Hilfsgeldern seiner Partner im Volumen von rund 85 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet werden. Grund war vor allem der angeschlagene Bankensektor des Landes.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.09.2013, 07:23 Uhr

Aber noch immer ist Irland auf Ramschniveau. Leider wird von den Medien gerne verschwiegen das dank unserem Lügenminister Schäuble einen Kredit anstatt 2013 erst 2038 angefangen werden muß zurückzuzahlen.Im übrigen hat Irland einen Notkredit beim FSM beantragt,falls die Rückkehr an die Kapitalmärkte nicht funktioniert.
Wo geht es hier aufwärts ?
Kapitalmärkte nicht funktioniert.

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