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10.01.2005

13:17 Uhr

Ausländer sollen genetische Probe abgeben

Thailand wiederholt angeblich Leichen-Identifizierung

Thailand wird nach Angaben aus Behördenkreisen die Untersuchung von mehr als 2000 nicht identifizierten Opfern der südasiatischen Flutkatastrophe wiederholen. Dazu gehöre die Exhumierung von mehr als 600 Leichen.

HB PHANG NGA. Thailand wird nach Angaben aus Behördenkreisen die Untersuchung von mehr als 2000 nicht identifizierten Opfern der südasiatischen Flutkatastrophe wiederholen. Dazu gehöre die Exhumierung von mehr als 600 Leichen, verlautete am Montag aus den Kreisen. Dieser Schritt sei nötig, weil viele Opfer direkt nach der Flut vor zwei Wochen hastig beerdigt worden seien. Selbst die grundsätzliche Einteilung nach Thailänder oder Ausländer müsse neu vorgenommen werden. In Thailand waren in den Fluten vom 26. Dezember nach offiziellen Angaben 5303 Menschen umgekommen. Davon sind 2159 nicht identifiziert. In dem Land werden auch noch zahlreiche deutsche Urlauber vermisst.

„Wenn wir von jetzt an sagen, dass wir sie identifizieren können, müssen wir ihre Namen kennen und irgendeine Art Dokument haben, das ihre Identität bestätigt“, hieß es in den Kreisen. Innenminister Bhokin Bhalakula kündigte DNA-Tests bei allen nicht identifizierten Leichen an. Ausländer, die befürchteten, dass unter den Toten Angehörige seien, sollten bei der Polizei ihrer Heimatländer eine genetische Probe abgeben. Diese werde dann für einen Vergleich nach Thailand entsandt. Ein Sprecher der Behörden in Phang Nga sagte, auch bei vielen bereits genetisch untersuchten Leichen müsse der Vorgang wiederholt werden, weil die aufgemalten Identifikationsnummern später durch ein Disinfektionsmittel weggewischt worden seien.

Der Chef einer forensischen Einheit der britischen Polizei in Thailand, Graham Walker, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Einordnung als Asiate oder Europäer müsse von drei Ärzten einstimmig getroffen werden. Dabei würden unter anderem die Gesichtsknochen und das Behaarungsmuster an den Armen begutachtet. Gegenwärtig arbeiten Gerichtsmediziner aus mehr als 20 Ländern an der Identifizierung der Leichen. Solche, die vermutlich von Ausländern stammen, werden in gekühlten Behältern aufbewahrt. Die Identifikation dürfte Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern.

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