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18.12.2012

12:09 Uhr

Auslandsbesuch

Gauck verspricht Afghanen Unterstützung

Wie seine Vorgänger hat auch Bundespräsident Joachim Gauck Afghanistan besucht. Dabei versprach er dem Land weitere Unterstützung Deutschlands, mahnte aber auch demokratische Fortschritte an - vor allem bei einem Thema.

Bundespräsident Joachim Gauck (r) in Begleitung seines Gastgebers, Afghanistans Präsident Hamid Karzai. Reuters

Bundespräsident Joachim Gauck (r) in Begleitung seines Gastgebers, Afghanistans Präsident Hamid Karzai.

KabulBundespräsident Joachim Gauck hat bei einem Staatsbesuch in Afghanistan dem Land weiterhin die Unterstützung Deutschlands zugesagt, aber auch Fortschritte für Demokratie und Menschenrechte angemahnt. „Wir glauben, dass ein dauerhafter Frieden möglich ist“, sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in der Hauptstadt Kabul. "Wir wollen nicht in den Verdacht geraten, dass wir unsere Freundschaft vergessen würden. Wir lassen Afghanistan nicht im Stich", sagte das Staatsoberhaupt. Afghanistan kann ab 2015 mit Hilfszusagen von 450 Millionen Euro pro Jahr rechnen.

Gauck betonte besonders die Gleichstellung der Frauen im Land. „Der Prozess der Demokratisierung muss sich weiter fortsetzen“, sagte er. Afghanistan sei eine Transformationsgesellschaft, die bei der Ausgestaltung der Demokratie noch Fortschritte machen müsse. Ende 2014 soll der Nato-Kampfeinsatz in dem Land beendet sein.

Das Thema Korruption sprach Gauck nicht direkt an. Er wies aber darauf hin, dass die dringend notwendige wirtschaftliche Entwicklung des Landes auch Rechtssicherheit und ein günstiges Informationsklima erfordere. Er erwarte, "dass sich die afghanische Seite ins Bewusstsein ruft, welche Verpflichtungen sie eingegangen ist", sagte der Bundespräsident. Am Nachmittag (Ortszeit) sollte Gauck mit islamischen Religionsgelehrten zusammentreffen.

Karsai dankte Deutschland für die Unterstützung und würdigte Gauck als engagierten Kämpfer für die Freiheit. Er verlieh dem Bundespräsidenten den Sonnenorden, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.

Zuvor war Gauck im Präsidentenpalast mit militärischen Ehren empfangen worden. 2010 und 2011 hatten bereits Gaucks Vorgänger Horst Köhler und Christian Wulff das Land besucht. Köhler traf damals nicht mit Präsident Karsai zusammen, Wulff hingegen besuchte den Palast.

Gauck war am Montag zu seinem dreitägigen Besuch in Afghanistan gelandet. Im Feldlager in Masar-i-Scharif, in dem etwa 2000 der 4500 Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch stationiert sind, dankte er deutschen Soldaten, Polizisten und Entwicklungshelfern für ihren Einsatz. Er betonte, eine Woche vor Weihnachten sei dieser Dank besonders groß. Begleitet wird Gauck von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Kommentare (9)

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Vicario

18.12.2012, 12:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Realitaet

18.12.2012, 13:11 Uhr

Wieviel Geld hat Deutschland eigentlich zu verschenken? Weiß Gauck nicht um die über 2 Billionen Euro Schulden in unserem Land? Traurig! Er sollte sich mal für die gerechten Renten der deutschen Mütter vor 1992 einsetzen, wie es eigentlich dem Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes entspricht. Warum verschließt er als Präsident die Augen davor? Es beschädigt unsere Demokratie. Die Afghanistan-Milliarden sind sowieso in den Sand gesetzt.

Numismatiker

18.12.2012, 13:42 Uhr

Hilfe für Afghanistan macht nur Sinn, wenn sie unter Umgehung sämtlicher afghanischer Behörden direkt bei den Afghanen ankommt, z.B als von Deutschen betriebene Hilfsprojekte. Geldüberweisungen landen nur in den Taschen der korrupten Behörden.

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