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30.01.2004

21:26 Uhr

Auslöser der Kelly-Affäre verlässt Rundfunkanstalt

BBC-Reporter Gilligan reicht Kündigung ein

Bei der BBC geht nach Generaldiraktor Dyke und Vorstandschef Davies geht nun der Reporter Andrew Gilligan. Er hatte den umstrittenen Bericht über angeblich aufgebauschtes Geheimdienstmaterial zu Irak verfasst.

HB BERLIN. Der Auslöser der so genannten Kelly-Affäre, der BBC-Reporter Andrew Gilligan, hat bei seinem Sender gekündigt. Das teilte er am Freitagabend in einer Erklärung an die britische Nachrichtenagentur Press Association mit. Sein Radiobericht, in dem er behauptet hatte, die Regierung habe ein Irak-Dossier mit unseriösem Geheimdienstmaterial aufgebauscht, sei teilweise falsch gewesen, räumte Gilligan zugleich ein.

Der 35-Jährige hob hervor, dass er auf eigene Initiative gehe. «Ich liebe die BBC und ich gehe, weil ich sie schützen will», erklärte der Reporter. Er akzeptiere seinen Teil an der Krise der Rundfunkanstalt. Zugleich übte Gilligan heftige Kritik an dem Untersuchungsbericht von Lordrichter Brian Hutton, der am Mittwoch veröffentlicht worden war. Darin hatte Hutton der BBC im Zusammenhang mit dem Selbstmord des Waffenexperten David Kelly schwere Vorwürfe gamacht. Kelly wurde als Gilligans Informant bekannt. Er nahm sich wenig später das Leben.

Gilligan erläuterte, wenn Hutton die ihm vorliegenden Beweise «fair» ausgewertet hätte, wäre er zu dem Schluss gekommen, dass «der Großteil» seines Radioberichts richtig gewesen sei. Hutton hatte der BBC vorgeworfen, sie habe die britische Regierung mit «nicht fundierter» Berichterstattung in Misskredit gebracht. Als Konsequenz aus der Affäre war am Mittwoch bereits der BBC-Verwaltungsratschef Gavyn Davies zurückgetreten; einen Tag später folgte Generaldirektor Greg Dyke.

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