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19.05.2012

15:06 Uhr

Ausreise aus China

"Willkommen in Amerika, Mr. Chen"

China und die USA haben ihre diplomatische Krise um Chen Guangcheng beigelegt. Der Bürgerrechtler darf in die USA. Für Obama ist das ein willkommenes Wahlkampfpräsent. China zeigt, dass es Zusagen einhält.

Der bline Bürgerrechtler Chen Guangcheng (r) zusammen mit dem US-Botschafter für China (l). Reuters

Der bline Bürgerrechtler Chen Guangcheng (r) zusammen mit dem US-Botschafter für China (l).

Peking/WashingtonChen Guangcheng bestieg sichtlich bewegt, aber auch besorgt mit seiner Familie in Peking das Flugzeug in die Freiheit. Der 40-Jährige war überrascht, wie „plötzlich“ am Ende alles kam. Er verließ seine Heimat mit der Sorge, dass lokale Funktionäre jetzt „schlimme Rache“ an Verwandten in seinem Heimatdorf nehmen könnten.
Mit seinem Abflug endet am Samstag die seit langem schwerste diplomatische Krise zwischen China und den USA. Experten loben beide Seiten, das Problem geschickt gelöst zu haben, ohne dass die Beziehungen zwischen der größten und der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt Schaden genommen hätten.
Zum Auftakt des Gipfels von sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8) in Camp David kann US-Präsident Barack Obama damit einen außenpolitischen Erfolg verbuchen, der ihm auch im Wahlkampf nützlich sein dürfte. In dem wochenlangen Tauziehen war Obama zeitweise wegen des Umgangs mit dem Bürgerrechtler in die Defensive geraten, weil der US-Regierung vorgeworfen wurde, sich allzu leichtgläubig auf vage chinesische Zusagen eingelassen zu haben. Es gab sogar Kritik, der Aktivist habe womöglich doch nicht so ganz aus freien Stücken die US-Botschaft in Peking verlassen.

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Am Ende kann Washington jetzt aber Lob für seine Diplomatie ernten - und China demonstriert, seine Versprechen einzuhalten. Ein gelungenes Beispiel für Konfliktlösung, findet Professor Chen Xiaohe von der Volksuniversität (Renmin Daxue). „Die USA und China sind wegen des Falles von Chen Guangcheng nicht vom Kurs abgekommen“, sagte der Experte für internationale Beziehungen in Peking.
Die USA hätten den Ball flach gespielt und eng mit Peking kooperiert. „Das ist selten“, sagte Chen Xiaoh. Es könne sich aber wiederholen. „Früher haben beide Länder kleine Dinge aufgeblasen, heute gibt es den Trend, große Dinge eher klein zu fahren.“

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.05.2012, 12:38 Uhr

Meine Guete - wie viele politische Gefangene (auch Jugendliche) werden durch die USA gefangen gehalten und werden gefoltert - die Folter erfolgt sogar mit Zustimmung des Praesidenten (damals G.W.Bush mit Waterboarding).

" Bush on waterboarding: 'Damn right' "

http://articles.cnn.com/2010-11-05/politics/bush.book_1_waterboarding-interrogation-torture-bush-book?_s=PM:POLITICS

Baluba

19.05.2012, 12:46 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

derletzteDemokrat

19.05.2012, 14:40 Uhr

Wenn man sich als mündiger Bürger darüber informiert was in den USA abgeht (z.B. NDAA 2012) so kann man durchaus die Frage in den Raum werfen warum die Mainstream Medien immer nur auf die bösen "Schurkenstaaten" einprügeln.

[...]

Ich finde es einfach nur erbärmlich für unsere 4. Gewalt im Staate. Letzten Endes wird es auch die Lohnschreiber treffen...


[+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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