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03.10.2012

15:24 Uhr

Ausschreitungen

Währungskrise im Iran eskaliert

Die iranische Währung hat massiv an Wert verloren. Die Bevölkerung reagiert ungehalten. Eine Razzia der Polizei gegen Geldhändler und Demonstranten führt zu schweren Ausschreitungen in Teheran.

Die iranische Währung war am Montag und dann erneut am Dienstag auf einen historischen Tiefstand gefallen. dpa

Die iranische Währung war am Montag und dann erneut am Dienstag auf einen historischen Tiefstand gefallen.

TeheranIm Iran ist es am Mittwoch aus Wut über die Wirtschaftspolitik und den Sturzflug der Landeswährung zu Protesten gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, unter denen auch Devisenhändler waren. Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe mit seiner Politik die Wirtschaft in eine Krise gestürzt, skandierten sie. Die iranische Währung Rial ist wegen der internationalen Sanktionen im Atomstreit in den vergangenen Tagen immer weiter eingebrochen. Viele Iraner tauschten ihre Rial-Bestände in harte Währungen. Dem freien Handel mit dem Rial will der Iran nun einen Riegel vorschieben.

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Rund zwei Drittel seines Wertes hat der Rial seit Juni 2011 verloren.

Der Verfall der Landeswährung führt schon jetzt zu einem sinkenden Lebensstandard im Iran. Die offiziell ermittelte Teuerungsrate beträgt bereits 25 Prozent. Die Tendenz geht weiter nach oben. Der große Basar im Zentrum der Stadt blieb am Mittwoch geschlossen. Der Betreiber eines Haushaltswarengeschäftes sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass wegen der Unbeständigkeit des Rial kaum noch akkurate Preise festgelegt werden könnten. Von offizieller Seite hieß es, dass der Basar aus Sicherheitsgründen am Mittwoch zu bleibe, aber am Donnerstag wieder geöffnet werden solle.

Auch im Parlament musste sich Ahmadinedschad Unfähigkeit in Bezug auf die Wirtschaft vorwerfen lassen. Die Sanktionen gegen den Iran haben die Banken des Landes vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten und behindern auch die Öl-Exporte, die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Nach Schätzungen Israels sind dem Iran durch das Embargo zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar an Öleinnahmen entgangen.

Kommentare (18)

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Ohweiohweiohwei

03.10.2012, 15:54 Uhr

Die Zentralbank des Iran kündigte zudem an, dass Inhaber von Dollar-Konten nicht mehr auf die Devisen-Bestände zugreifen können und diese stattdessen mit Rial kompensiert würden. Und das kann nicht nur im Iran passieren!!! Die einzigste sichere Währung, die nicht an Wert verliert und der Staat nicht wegnehmen kann ist physisches Gold und Silber. Denkt mal darüber nach...

Account gelöscht!

03.10.2012, 16:59 Uhr

So ein Zufall alles....da stirbt der Rial gegenüber dem Dollar mal ganz zufällig, hm? sowas....
Diese ganzen Länder sollten sich längst auf einen Goldstandard eignen und sich von diesem Dollarwahnsinn abkoppeln....die ganze Welt sollte das tun.

Ameise

03.10.2012, 17:24 Uhr

ja, mit den USA sollte man sich besser nicht anlegen.

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