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04.07.2017

14:39 Uhr

Außenminister in Golf-Region

Gabriel in Katar-Krise optimistisch

Drei Tage lang reist Außenminister Gabriel durch die Golf-Region. Eine schwierige Mission, denn die Fronten im Konflikt um Katar sind verhärtet. Ein Ultimatum an das Emirat läuft an diesem Mittwoch aus.

Gabriel in Saudi-Arabien

Katar-Krise: „Die Terrorfinanzierung muss beendet werden“

Gabriel in Saudi-Arabien: Katar-Krise: „Die Terrorfinanzierung muss beendet werden“

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Abu Dhabi/DohaIn der Katar-Krise sieht Außenminister Sigmar Gabriel gute Chancen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert. „Ich glaube, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, eine Verschärfung der Lage zu verhindern“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach einem Treffen mit seinem emiratischen Kollegen Abdullah bin Said Al Nahjan in Abu Dhabi.

Zwar gebe es auch die „reale Gefahr“, dass sich der Konflikt weiter hochschaukele. Aber er erkenne Anzeichen, dass es gelungen sei, „Spielräume“ für gemeinsame Ergebnisse zu öffnen. Gabriel setzte in Abu Dhabi seine dreitägige Rundreise durch die Region fort, auf der er sich um Entspannung bemühen will. Später sollte er in Katar eintreffen. Am Mittwoch wird er in Kuwait erwartet, das in der Krise vermittelt.

Katar: Aufstieg eines Zwergs

Größe

Das Emirat Katar im Osten der arabischen Halbinsel ist geografisch zwar nur etwa halb so groß wie Hessen, gewinnt international aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Große Vorkommen an Erdöl und Erdgas machten Katar zu einem der reichsten Länder der Erde. Das Land ist 2022 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft.

Viele Ausländer

Rund 2,2 Millionen Menschen leben in Katar, von denen der Großteil aus dem Ausland kommt und als Gastarbeiter beschäftigt ist. Das Land hat zahlreiche Beteiligungen an europäischen Unternehmen, darunter etwa Anteile am VW-Konzern und an der Baufirma Hochtief. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hat seinen Sitz in Katar.

Öl und Geopolitik

Katar ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und hat unter anderem zusammen mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Golfkooperationsrat mitgegründet, der eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der Region als Ziel hat. Südlich der Hauptstadt Doha befindet sich der größte Stützpunkt der US-Armee in der arabischen Welt.

Schelte

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert Katar für die Ausbeutung von Gastarbeitern und eingeschränkte Meinungsfreiheit.

Gabriel bekräftigte seine Forderung nach einem gemeinsamen Vorgehen der Golfstaaten gegen die Terror-Finanzierung. „Wir sehen in einigen Ländern der Region große Fortschritte, in anderen zu wenig.“ Der Außenminister sprach sich dafür aus, internationale Institutionen zu beteiligen. „Ich glaube, das es jetzt sehr darauf angekommen wird, dass auf beiden Seiten dieser Auftrag ernstgenommen wird.“

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten vor vier Wochen eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem kleinen, aber reichen Emirat unter anderem vor, Terrorgruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangen sie von Katar, seinen TV-Kanal Al-Dschasira zu schließen und die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren. Auch die türkischen Soldaten sollen das Land verlassen. Ein Ultimatum der vier Staaten an Katar läuft in der Nacht zum Mittwoch aus.

Katar-Krise: Sieben Forderungen, die Krieg bedeuten können

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Kaum Chancen auf einen Kompromiss: Katar wird die Forderungen seiner Nachbarstaaten nicht erfüllen. Nun dürften Sanktionen folgen und eine lang anhaltende Konfrontation am Golf – mit Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Katar hatte am Montag seine Antwort auf die Forderungen an den Vermittler Kuwait übergeben. Die VAE und seine Verbündeten warteten aber noch darauf, diese Reaktion zu erhalten, sagte der emiratische Außenminister Abdullah. Erst wenn sie das Papier beraten hätten, würden sie über weitere Schritte gegen Katar entscheiden. Die Außenminister der vier Staaten treffen sich am Mittwoch in Kairo.

Abdullah beschuldigte Katar erneut, den Kampf gegen den Terror zu untergraben. Er bekräftigte den Vorwurf, das Emirat finanziere Terrorgruppen, biete Extremisten Unterschlupf und verbreite Hassreden. Das müsse gestoppt werden, um den Terror zu zerstören.

Katar weist die Vorwürfe zurück und vermittelte bisher nicht den Anschein, die Forderungen erfüllen zu wollen. Nach Auslaufen des Ultimatums sind daher neue Sanktionen möglich. So könnte Katars Mitgliedschaft im Golf-Kooperationsrat (GCC) ausgesetzt werden. Dies wäre aber wohl eher ein symbolischer Schritt.

Katar kündigte inmitten der Krise an, seine Produktion von Flüssiggas bis zum Jahr 2024 um 30 Prozent zu steigern, wie das staatliche Unternehmen Qatar Petroleum erklärte. Katar ist bereits jetzt der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas. Das Emirat lieferte dem Weltmarkt im vergangenen Jahr rund 30 Prozent der Gesamtmenge.

Von

dpa

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