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22.10.2012

19:45 Uhr

Außenpolitik

Romney gibt bei Iran und China den Hardliner

VonNils Rüdel

Eins zu eins steht es bei den TV-Duellen im US-Wahlkampf. Heute geht es um die Außenpolitik, wo Amtsinhaber Obama klar im Vorteil sein sollte. Aber er hat einige offene Flanken, die Herausforderer Romney nutzen will.

Vorbereitungen für das dritte TV-Duell zwischen Obama und Romney. AFP

Vorbereitungen für das dritte TV-Duell zwischen Obama und Romney.

Boca RatonAuch an einem der paradiesischsten Orte Amerikas ist die derzeit wohl größte Bedrohung des Weltfriedens ganz nah. An der Autobahn I-95 in Florida, kurz hinter West Palm Beach, erinnert ein riesiges Plakat die Autofahrer daran: „Freunde lassen es nicht zu, dass Freunde mit Atomwaffen bombardiert werden“, heißt es dort. Dazu ist eine Rakete abgebildet, die auf Israel zufliegt. „Iran“ steht auf dem Geschoss, und daneben die Worte: „Stoppt Obama“.

Die Urheber, eine konservative Gruppierung namens „American Principles Super PAC“, haben damit schon mal den Ton gesetzt für das dritte TV-Duell zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. Nur wenige Kilometer von dem Plakat entfernt, an der Lynn University in Boca Raton, werden sich die beiden am Abend zum dritten und letzten TV-Duell treffen.

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Kommentare (10)

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22.10.2012, 09:27 Uhr

Ich glaube der Praesident hat allen Grund ,dem teils unverschaemten Bibi ein wenig den Zahn zu ziehen.Der musste schon Rueckzieher machen und von seinem hohen Baum heruntersteigen.
So kann man als 6 Millionen Land nicht mit einer Weltmacht umspringen.
Das hat ja eine lange Tradition.
Schon bei Old Henry beschwerte man sich,dass die "Freunde" nicht genug fuer Israel tun wuerden.
Bill hat auch etliches versucht und die Schuld lag dann wieder mal bei Jassir Arafat.
In diesem Land wird es leider niemals wirklichen Frieden geben.So bitter das klingt.
Aber irgendwann wird ,wie in der "DDR" die Mauer fallen.
Da muessen aber erst die Falken abgewaehlt sein und auf beid.en Seiten ein politischer Wille zum Frieden da sein...
Das geht alles nicht so einfach.
Mit Iran werden sich die USofA und Israel schwer tun und bei ausbrechenden Feindlichkeiten,die letzten Karten im Nahen Osten verspielen.
Man marschiert nicht einfach ungestraft nach Teheran,die Landkarte ist der Beweis.
Ob das dann die zu erwartenden Opfer rechtfertig bestimmt der zukuenftige Praesident ,ob der nun Obama oder Romney heisst.
Das Nichteingreifen in Syrien zeigt eigentlich schon den Weg von Obama.
Ob er dann zu einem Krieg mit Iran geknebelt werden kann,wissen die Goetter und das amerikanische Volk
Die haben vom Irak und Afghanistan die Nase voll.
Mr Romney kann viel reden ob er dann ,hoffentlich nach reiflicher Ueberlegung ,handelt steht noch in den Sternen.
Er hat ja zu oft schon seine "Meinung" geaendert und wird nach dieser Debatte sicherlich damit nicht aufhoeren.

lollipop

22.10.2012, 09:33 Uhr

Wir alle können es auch in Europa kaum noch erwarten, dass "Fernsehduelle" wahlentscheidend sind.
Und Romney wird zweifelsohne "vergessen" welchen Anteil die Republikaner an den außenpolitischen Fehlleistungen der Obama-Administration hatten und haben.
Umso mehr wird vielleicht deutlich werden, worum es den Republikanern geht: zu allerletzt jedenfalls um die USA.

leser

22.10.2012, 09:38 Uhr

Erlauben Sie die Nachfrage, wie die westliche Welt eigentlich noch einen regional nicht mehr begrenzten Krieg in der Region eigentlich finanzieren will?
Bei aller Ideologiebereitschaft: Kriege sind nichtzuletzt auch ein Haushaltsfaktor.
Ob die nicht nur wirtschaftlich inzwischen vollkommen ausgebluteten USA, nachdem viele Produktionszweige nach Asien outgesourced wurden, das überhaupt noch wuppen können mit einer weiteren Weltwirtschaftskrise?
Erklärungen wären wie stets willkommen.

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