Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2013

09:40 Uhr

Ausspäh-Strategie

Firmen kooperieren mit Geheimdiensten

Nicht nur über „Prism“ beschaffte sich die National Security Agency sensible Informationen – die US-Geheimdienste erhielten auch Einblicke in Software-Lücken und Geräte-Einstellungen. Äußerst relevantes Wissen.

Informationen, die Einblick in Handeln und Wirken anderer geben – offenbar sammelt die US-Regierung sie im großen Stil und noch systematischer als bisher angenommen. dpa

Informationen, die Einblick in Handeln und Wirken anderer geben – offenbar sammelt die US-Regierung sie im großen Stil und noch systematischer als bisher angenommen.

New YorkDie Zusammenarbeit zwischen US-Geheimdiensten und amerikanischen Unternehmen ist laut einem neuen Medienbericht noch breiter als es die jüngsten Enthüllungen vermuten ließen. Tausende Firmen versorgten die Geheimdienste mit Informationen und bekämen im Gegenzug Vorteile wie Zugang zu geheimen Spionage-Erkenntnissen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Die Unternehmen gäben dabei Informationen wie Geräte-Spezifikationen weiter, um Kundendaten gehe es nicht. Mit solchem Wissen könnten die Geheimdienste zum Beispiel fremde Computer leichter ausspähen.

An diesen Kooperationen beteiligten sich verschiedenste US-Unternehmen wie Hersteller von Software und Geräten, Banken, Anbieter von Satelliten-Kommunikation und Spezialisten für Internet-Sicherheit, schrieb Bloomberg.

So liefere der Windows-Riese Microsoft Geheimdiensten Informationen über Fehler in seiner Software, bevor die Schwachstellen mit Updates geschlossen werden. Ein Konzern-Sprecher sagte Bloomberg, solche Vorab-Hinweise sollten der Regierung einen Vorsprung für die Risiko-Einschätzung geben. Die Bloomberg-Quellen betonten zugleich, solche Unterstützung durch Microsoft und andere Unternehmen erlaube es den US-Diensten, Schwachstellen in Software auszunutzen, die an Regierungen anderer Länder verkauft werde.

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte vergangene Woche von einer weitreichenden Überwachung des Internet vor allem durch den Abhör-Dienst NSA berichtet.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Mazi

14.06.2013, 11:12 Uhr

Die Bundesregierung sollte die USA auf ihr Hoheitsgebiet und dessen Respekt verweisen.

Es gibt genügend Gründe die USA darauf hinzuweisen, dass sie andernfalls in Deutschland nicht erwünscht sind.

Das war nicht immer so und muss nicht so sein. Aber wer respektlos hier Spionage betreibt, gar Industriespionage betreibt, der hat hier sein Duldungsrecht verwirkt.

Soviel Nationalstolz sollte der Bürger von auch seinem Abgeordneten abverlangen dürfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×