Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.11.2015

15:46 Uhr

Australien

Unruhen in Asyllager auf Weihnachtsinsel

Australien fährt eine harte Linie gegenüber Menschen, die ohne Visum ins Land kommen wollen. In einem abgelegenen Lager kommt es nun zu einem Aufstand. Das Einwanderungsministerium erklärt, alles sei in Ordnung.

In einem Haftlager für Asylsuchende soll es zu Unruhen gekommen sein, als eine kleine Gruppe iranischer Häftlinge friedlich gegen den Tod eines Asylsuchenden demonstriert hat. Reuters

Australien

In einem Haftlager für Asylsuchende soll es zu Unruhen gekommen sein, als eine kleine Gruppe iranischer Häftlinge friedlich gegen den Tod eines Asylsuchenden demonstriert hat.

SydneyIn einem abgelegenen australischen Haftlager für Asylsuchende ist es zu Unruhen gekommen. Das Einwanderungsministerium in Canberra bestätigte am Montag, dass es eine „größere Störung“ in dem Zentrum auf der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean gegeben habe. Das Ministerium dementierte jedoch, dass es sich um einen „„Aufruhr“ in großem Umfang“ gehandelt habe. Man arbeite daran, die Lage einzudämmen. Es gebe Berichte über Schäden, verletzt worden sei aber niemand. Die Insel ist ein Außengebiet Australiens im Indischen Ozean.

Die Unruhen sollen nach dem Tod eines kurdisch-iranischen Flüchtlings ausgebrochen sein, der am Samstag aus der Anlage geflohen war. Die Leiche des Mannes war am Sonntag am Fuß einer Klippe der Insel entdeckt worden. Die Todesursache ist unklar.

Dem Einwanderungsministerium zufolge demonstrierte zunächst eine kleine Gruppe iranischer Häftlinge friedlich gegen den Tod des Asylsuchenden. Andere Insassen hätten dann begonnen, Dinge zu beschädigen. Sie hätten dabei auch mehrere kleine Feuer gelegt. Weiter hieß es, die führenden Aufständischen seien offenbar keine Asylsuchenden, sondern Personen, deren Visa annulliert worden seien.

Der neuseeländische Abgeordnete Kelvin Davis, der die Weihnachtsinsel vor kurzem besucht hatte, sagte, ein in dem Lager einsitzender Neuseeländer habe ihm berichtet, dass Asylsuchende das Zentrum übernommen hätten und die Wachmänner zurückgewichen seien.

„Sie haben Löcher in die Wände geschlagen, so dass sie nicht wirklich eingesperrt werden können, wenn sie umzingelt und zurück in ihre Zellen gesteckt werden“, sagte Davis dem Sender ABC.

Australien hat in den vergangenen Jahren eine harte Einwanderungspolitik verfolgt. Asylsuchende, die aus Indonesien mit Hilfe von Schmugglern illegal an den Küsten ankommen, werden auf der Weihnachtsinsel und in anderen abgelegenen Lagern in Nauru und Papua-Neuguinea inhaftiert.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×