Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.06.2017

04:00 Uhr

Austritt aus Klimaabkommen

Trump macht nur wenige glücklich

VonThomas Jahn, Britta Weddeling

Donald Trump kehrt dem Pariser Klimapakt den Rücken, lässt sich für den Austritt aber Zeit. Grundlage seiner Entscheidung ist eine umstrittene Studie. Beifall gibt es aus der eigenen Partei. Der Rest ist dagegen.

Trumps Rede im Video

„Zum Schutz der USA ziehen wir uns zurück“

Trumps Rede im Video: „Zum Schutz der USA ziehen wir uns zurück“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

New YorkEin Satz fasst die Rede von Donald Trump vor dem Weißen Haus am Donnerstagnachmittag zusammen: „Ich bin gewählt worden, um Pittsburgh und nicht Paris zu vertreten.“ Amerika geht vor, das Pariser Klimaabkommen muss dran glauben.

Der US-Präsident tritt aus dem 2015 geschlossenen Vertrag aus, nach dem die USA bis 2025 ihre CO2-Emissionen im Vergleich zu 2005 um 26 bis 28 Prozent senken soll. Laut Trump würde das 2,7 Millionen Arbeitsplätze in den USA kosten: „Das ist nicht, was wir brauchen“, so der Präsident.

Trump bezieht sich dabei auf eine Studie der Wirtschaftsberatung Nera Economic Consulting, die von Umweltorganisationen stark kritisiert wird. Sie bemängeln etwa, dass das Innovationstempo bei alternativen Energiequellen in der Studie zu niedrig veranschlagt wird. Auch habe Trump ein Szenario aus dem Report gewählt, nach dem das Klimaabkommen besonders teuer erscheine. „Präsident Trump stellt sein Land auf die falsche Seite der Geschichte“, sagte Laurence Tubiana, Chefin von der European Climate Foundation und französische Verhandlungsführerin bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015.

Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimapakt auszusteigen, löst etliche enttäuschte Reaktionen aus. Reuters

Donald Trump

Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimapakt auszusteigen, löst etliche enttäuschte Reaktionen aus.

Aus der Partei von Trump gab es überwiegend Zustimmung. „Ich zolle Beifall“, sagte Mitch McConnell, Senator von Kentucky und Sprecher der Republikanischen Partei im Senat. „Der Angriff der Obama-Regierung auf heimische Energieproduktion und Arbeitsplätze wird bedeutsam zurückgedrängt.“

Der Ankündigung gingen schwierige Verhandlungen im Weißen Haus voraus. Vor allem Politikberater Steve Bannon und Scott Pruitt, Chef der Umweltbehörde Epa, drängten Trump zum Austritt. Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis sprachen sich indes für einen Verbleib aus. Das Pentagon sieht den Kampf gegen die globale Erderwärmung als wichtigen Pfeiler der US-Sicherheitspolitik.

Auch zahlreiche US-Unternehmen befürworteten das Pariser Abkommen. Energieunternehmen fürchten beispielsweise, dass ohne die USA am Verhandlungstisch ihre fossilen Brennstoffe im globalen Energiemix zu kurz kommen könnten. Das Konglomerat General Electric besitzt eine große Geschäftssparte rund um das Thema alternative Energien mit insgesamt zwölf Milliarden Dollar Umsatz. Vorstandschef Jeff Immelt schrieb auf Twitter, er sei „enttäuscht von der heutigen Entscheidung“.

Rede zum Ausstieg aus Klimapakt: Pittsburgh distanziert sich von Trump

Rede zum Ausstieg aus Klimapakt

Pittsburgh distanziert sich von Trump

In seiner Rede zum Ausstieg aus dem Klimapakt versucht Trump, die US-Stadt Pittsburgh für sich zu nutzen. Doch Bürgermeister Bill Peduto stellt prompt klar, seine Stadt werde die Richtlinien von Paris befolgen.

Enttäuschte Reaktionen gab es auch im Silicon Valley. „Ein Rückzug vom Klimaabkommen ist schlecht für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft und gefährdet die Zukunft unserer Kinder”, schrieb Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf seiner Facebook-Pinnwand. Den Klimawandel zu stoppen sei etwas, das nur durch die globale Gemeinschaft gelöst werden könne, so der 33-Jährige. „Wir müssen zusammen handeln bevor es zu spät ist.“ Google-Chef Sundar Pichai ließ via Twitter wissen: „Ich bin enttäuscht von der heutigen Entscheidung.“

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

02.06.2017, 08:29 Uhr

Ich denke, dass Herr Trump mit der Art wie er die Entscheidung verkündet hat, die Westeuropäer unnötig in ihren ökoreligiösen Gefühlen verletzt hat. Klüger wäre es gewesen analog der Mehrzahl der Staaten der Welt das unverbindliche Abkommen einfach zu ignorieren.

Herr Musk (Tesla) betreibt ein dauerhaft, hochdefizitäres Elektroautounternhmen. Ich vermute er hat als Berater Trumps persönliche Interessen. Beispielsweise wäre es für ihn attraktiv Subventionen für sein Unternehmen zu erhalten* um die Liquidität seines Unternehmens zu erhalten, oder gar zu Lasten der US Steuerzahler in die Gewinnzone zu gelangen.

Für die Deutschen und andere Westeuropäer wäre es sinnvoll die Saga vom "Klimawandel" weiter zu entwickeln. Gut wäre es wenn die "Klimawissenschaftler" feststellen würden das nur in Deutschland von Deutschen emitiertes CO2 "klimaschädlich" ist. Da die Hypothese vom menschengemachten "Klimawandel" sachlich sehr dürftig ist, die "Klimawissenschaftler" eher eine Parodie auf die Wissenschaft darstellen, die Medien sehr einheitlich unkritisch berichten, sollte dies machbar sein. Das aggressive missionieren im Rest der Welt könnte entfallen.


*Unter Präsident Obama wurden Unternehmen der "Erneuerbaren Energien" mit sogenannten Loan Guarantees und anderen Subventionen mit der Begründung im Sinne des "Klimawandels" subventioniert. Das hat einige dieser Unternehmen nicht daran gehindert spektakulär pleite zu gehen.

Herr Hans Mayer

02.06.2017, 08:30 Uhr

Trump macht die "richtigen" glücklich, die ehrlichen, die welche den ganzen zusammen phantasierten Mist der CO2 Sekte zahlen sollen.
Die Welt wird nicht untergehen, aber diese Nutzniesser einer zusammen gelogenen Klimageschichte werden sich neue , am besten mal eine sinnvolle Arbeit suchen müßen.
Trump hat mich nicht enttäuscht, sowas erwarte ich von einem "Echten" Präsidenten.

Herr Bitte Account Löschen

02.06.2017, 08:43 Uhr

Man soll sich doch bitte mal etwas mehr mit den Argumenten Trumps auseinander setzen; das vermisse ich etwas. Wenn China und Indien den CO2 Ausstoß erhöhen dürfen, und USA muss ihn senken, ist führt das doch tatsächlich zu einer Jobverschiebung. Das haben wir in Europa ja alles schon erlebt, wo viele Arbeitsplätze in Länder mit geringeren Sozialstandards und Löhnen abwandern. Und ob das so gut für die Umwelt ist, wenn mehr in China statt in den USA produziert wird, wage ich zu bezweifeln. Ich stimme Trump auch zu, dass man lieber die Schadstoffe in der Luft bekämpfen soll, statt deren Temperatur. Die Temperatur hat viele Ursachen, die keiner richtig kennt. Industrielle Schadstoffe haben aber garantiert nur eine Ursache: den Menschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×