Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2014

12:20 Uhr

Austritt

Wahlkampf für Schottland-Referendum offiziell eröffnet

Wird Schottland sich von Großbritannien trennen? Am 18. September stimmen die Schotten darüber ab. Umfragen zufolge gibt es bisher keine Mehrheit für die Abspaltung. Der Wahlkampf für das Referendum soll das ändern.

Ein Junge hält am eine schottische Flagge mit der Aufschrift „Yes“ in den Händen. Die Schotten stimmen am 18. September 2014 über ihre Unabhängigkeit von Großbritannien ab. dpa

Ein Junge hält am eine schottische Flagge mit der Aufschrift „Yes“ in den Händen. Die Schotten stimmen am 18. September 2014 über ihre Unabhängigkeit von Großbritannien ab.

EdinburghIn Schottland hat am Freitag offiziell der 16-wöchige Wahlkampf für das Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien begonnen. Am 18. September stimmen die Schotten darüber ab, ob sie in einem unabhängigen Staat leben wollen.

Umfragen zufolge gibt es bisher keine Mehrheit für die Abspaltung. 30 bis 40 Prozent wollen mit „Ja“ Stimmen, etwa ein Fünftel ist zudem noch unentschieden.

Schottland will unabhängig werden - warum?

Wirtschaft

Vor den Küsten Schottlands lagert der weitaus überwiegende Teil des britischen Nordseeöls. Aus Förderung und Verarbeitung entstehen Milliarden an Steuereinnahmen, die jetzt nach London fließen. Nur ein Teil davon fließt wieder nach Schottland zurück. Schon in den 1970er Jahren hatte es eine Kampagne gegeben unter dem Motto: „It's Scotlands Oil“.

Soziales

Die Schotten gewähren ihren Bürgern weitaus mehr soziale Leistungen als die Engländer. So sind Zuzahlungen im Gesundheitssystem geringer und Studiengebühren gibt es nicht für Einheimische. Innerhalb Großbritanniens stehen sie dafür als „Subventions-Junkies“ in der Kritik.

Verteidigung

Die Schotten fühlen sich von den Engländern in Sachen Verteidigung unfair behandelt. Die ungeliebten britischen Atom-U-Boote mit teils nuklearer Bewaffnung sind in Schottland stationiert. Für viele Schotten ein unnötiges Sicherheitsrisiko. Auch die britische Beteiligung an Kriegen wie im Irak und in Afghanistan lehnen sie ab.

Nationalstolz

Viele der fünf Millionen Schotten fühlen sich nicht als Briten. Sie haben eigene Nationalmannschaften, etwa im Fußball oder im Rugby. Sie haben eine eigene Flagge und spielen „Scotland the Brave“ oder „Flower of Scotland“ wie ihre Nationalhymne.

Internationale Politik

Der schottischen Regierungspartei SNP schmeckt die Haltung Großbritanniens innerhalb der EU nicht. „Wir wären ein konstruktiver Partner in Europa“, hatte Ministerpräsident Alex Salmond schon gesagt, als die Regierung in Westminster auf Konfrontationskurs zu Europa gegangen war.

Zum Start des Wahlkampfs sagte die schottische Parlamentssprecherin Tricia Marwick der BBC, unabhängig vom Ergebnis würden die Schotten nach dem Referendum wieder zusammenfinden und an einem Strang ziehen. Treibende Kraft hinter der Kampagne für die Unabhängigkeit ist die in Edinburgh mit absoluter Mehrheit regierende Schottische Nationalpartei SNP mit ihrem Vorsitzenden, dem Regierungschef Alexander Salmond.

Über die Auswirkungen eines Austritts Schottlands wird in Großbritannien seit Monaten gestritten. Themen sind unter anderem Einnahmen aus dem Nordsee-Öl, die Zukunft der in Schottland stationierten britischen Atom-U-Boote, die künftige Währung Schottlands und die Mitgliedschaft in der EU.

Marktgespräch

Welche Folgen hätte ein britischer EU-Austritt?

Marktgespräch: Welche Folgen hätte ein britischer EU-Austritt?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×