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15.07.2016

17:26 Uhr

Austrittsverhandlungen mit EU

May will Schotten an Brexit-Strategie beteiligen

Keine Brexit-Strategie ohne schottische Zustimmung: Das sicherte die neue britische Premierministerin Theresa May der schottischen Regierung bei einem Besuch in Edinburgh zu. Schottland stimmte klar gegen einen Brexit.

Schottland müsse voll in die Austrittsverhandlungen mit der EU einbezogen werden, sagte die neue britische Premierministerin May nach einem Treffen mit der Chefin der schottischen Regionalregierung. AFP; Files; Francois Guillot

Theresa May und Nicola Sturgeon in Edinburgh

Schottland müsse voll in die Austrittsverhandlungen mit der EU einbezogen werden, sagte die neue britische Premierministerin May nach einem Treffen mit der Chefin der schottischen Regionalregierung.

EdinburghDie britische Premierministerin Theresa May will die EU-freundlichen Schotten in die Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union einbeziehen. May sagte am Freitag bei einem Besuch in Edinburgh, sie werde den Antrag zum EU-Austritt erst stellen, wenn eine gesamtbritische Linie stehe.

Die schottische Regierung müsse dabei voll in die Diskussion einbezogen werden, sagte sie nach einem Treffen mit der Chefin der schottischen Regionalregierung, Nicola Sturgeon. Diese brachte erneut ein Referendum über Schottlands Unabhängigkeit ins Gespräch.

Anders als die Mehrheit der Briten hatten die Schotten in der Volksbefragung über einen EU-Austritt Großbritanniens klar für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. May versprach, die Schotten nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen und an der Festlegung der Verhandlungslinie zu beteiligen: „Ich will die bestmögliche Vereinbarung für ganz Großbritannien.“

Wenige Tage nach dem Volksentscheid hatte Sturgeon bei einem Besuch in Brüssel Möglichkeiten ausgelotet, wie Schottland auch nach einem Brexit Mitglied der EU bleiben könnte. Im Raum steht eine zweite Abstimmung über die Unabhängigkeit von London.

2014 hatten sich noch 55 Prozent der Schotten für den Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen. Seitdem hat Sturgeons Nationalpartei ihren Vorsprung ausgebaut und in den britischen Wahlen 2015 56 von 59 schottischen Sitzen im Unterhaus errungen.

Brexit-Referendum: Der Zeitplan

Mittwoch 12.00 Uhr

Brexit-Wortführer Nigel Farage hält letzte Wahlkampfrede in London.

Mittwoch 17.00 Uhr

Gedenkveranstaltung für die ermordete Brexit-Gegnerin Jo Cox auf dem Londoner Trafalgar Square.

Mittwoch 22.00 Uhr

Letzte TV-Debatte auf Channel 4 zum Brexit, mit dem Brexit-Befürworter Nigel Farage.

Donnerstag 8.00 Uhr

Die Wahllokale öffnen.

Donnerstag 23.00 Uhr

Die letzten Wahllokale schließen. Die Auszählung beginnt. Hochrechnungen gibt es nicht.

Nacht zum Freitag

Ergebnisse der 382 Wahlbezirken werden nach und nach bekannt gegeben. Sie sind nicht repräsentativ.

Freitagmorgen

Die Wahlkommission veröffentlicht ein vorläufiges Endergebnis.

Freitag 11.00 Uhr

In Brüssel treffen sich die Spitzen der EU, um über den Ausgang des Referendums und die Folgen zu beraten.

May sagte, nach ihrer Meinung hätten die Schotten 2014 ihre Wahl getroffen und sowohl die britische Regierung als auch die Regionalregierung in Schottland hätten zugesagt, das Votum von damals zu respektieren. Sturgeon schloss dagegen ein zweites Unabhängigkeitsreferendum nicht aus. Es sei undenkbar, dass das Parlament in London eine erneute Volksbefragung blockieren würde, sollte das schottische Regionalparlament dafür stimmen.

Der Glasgower Zeitung „The Herald“ sagte Sturgeon, sie respektiere, wie andere Landesteile im Brexit-Referendum abgestimmt hätten: „Ich hoffe, dass die Premierministerin respektieren wird, wie die Schotten votiert haben.“

Von

rtr

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