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02.08.2011

06:25 Uhr

Auswege für Pleitestaaten

Das Schuldenvirus und die Suche nach dem Gegenmittel

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Europäer haben damit zu kämpfen – und auch die USA: das Schuldenvirus. Es grassiert weltweit und könnte zur größten ökonomischen Belastung des 21. Jahrhunderts werden. Gibt es Auswege aus dem Dilemma?

US-Repräsentantenhaus stimmt für Schuldenkompromiss

Video: US-Repräsentantenhaus stimmt für Schuldenkompromiss

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DüsseldorfIn den USA haben die Parteien in letzter Minute eine Kernschmelze an den internationalen Finanzmärkten verhindert. Trotz des lang ersehnten Kompromisses zur Abwendung der US-Staatspleite bedroht die Megaverschuldung der USA nach wie vor die Weltwirtschaft. Vor allem die ideologische Verhärtung zwischen Demokraten und Republikanern im US-Kongress dürfte eine nachhaltige Lösung behindern. Aber auch die seit Monaten schwache Konjunkturentwicklung in der größten Volkswirtschaft der Welt erschwert eine Lösung.

Mit der Anhebung der Schuldengrenze über die bisher angepeilten 14,3 Billionen Dollar hinaus hat die US-Regierung nur die Erlaubnis eingeholt, den Schuldenberg noch weiter anzuheben. Seit Monaten hält der schwelende Streit zwischen Republikanern und Demokraten die Welt in Atem. Nach langwierigen und nervenaufreibenden Diskussionen im Zuge der Schuldenkrise stellt sich zunehmend die Frage nach der politischen Handlungsfähigkeit der USA. Die Republikaner werden von der „Tea Party“ unter Druck gesetzt, einer radikalen Gruppe in den eigenen Reihen. Die lehnt Steuererhöhungen kategorische ab und steht dem Staat generell sehr skeptisch gegenüberstehen. Aber auch auf Seiten der Demokraten gibt es eine zunehmende Polarisierung innerhalb der Partei.

Auch Europa hat sich nicht mit Rum bekleckert, auch hier greift der Schuldenvirus um sich. Die Euro-Staaten wollen ein Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere Staaten wie Italien unter allen Umständen verhindern. Doch aller Hilfsankündigungen und Beschwichtigungen zum Trotz trauen die Märkte dem Braten nicht. Sie fürchten vielmehr, dass nun auch noch Italien – das drittgrößte Land in der Währungsunion – Hilfe benötigen könnte. Bislang erhalten bereits Griechenland, Irland und Portugal Unterstützung von den Europartnern und dem Internationalen Währungsfonds IWF. Die Sorgen um die Schuldenberge bleiben präsent – in den USA wie in Europa. Doch wie kann eine Lösung aussehen?

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, ist überzeugt, dass regional begrenzte Maßnahmen kaum die nötige Durchschlagskraft entfalten können, um den Schuldenvirus wirksam zu bekämpfen. Er plädiert für einen Weltschuldengipfel unter Führung der Gruppe der acht führenden Industriestaaten (G8). Einen entsprechenden Vorschlag des Direktors des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, nannte Schäffler im Gespräch mit Handelsblatt Online „richtig und notwendig“. Er äußerte die Erwartung, dass sich die Bundesregierung dafür stark mache.

Kommentare (13)

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Erstaunter_Leser

02.08.2011, 06:52 Uhr

Wenn Europa sich "mit Rum bekleckert" hätte, wie der dritte Absatz des Artikels beginnt, könnte man es gleich flambieren ...

Kackbolzen

02.08.2011, 07:30 Uhr

Der einzige Ausweg ist eine Währungsreform und die Abschaffung des FED-Systems... und dann eine Währung, die nicht beliebig vermehrbar ist. Keine Wahlversprechen, die mit Schulden bezahlt werden. Kredit nur für Investitionsprojekte, die für mehrere Generationen gedacht sind. Alles Andere ist Leben auf Kosten der nachfolgenden Generationen!

DERDIEDAS

02.08.2011, 07:31 Uhr

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