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12.04.2012

15:02 Uhr

Auszüge aus dem Testament

Kim Jong Ils letzter Wille

Auch nach seinem Tod will Kim Jong Il weiter herrschen. In seinem Testament fordert der einstige Diktator Nordkorea dazu auf, weiter an der Entwicklung von Atomwaffen und Raketen zu arbeiten.

Aufnahme der Begräbniszeremonie von Kim Jong Il. Eine japanische Zeitung hat mutmaßliche Auszüge aus seinem Testament veröffentlicht. dpa

Aufnahme der Begräbniszeremonie von Kim Jong Il. Eine japanische Zeitung hat mutmaßliche Auszüge aus seinem Testament veröffentlicht.

TokioVier Monate nach dem Tod des einstigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sind Details aus seinem Testament an die Öffentlichkeit gelangt. Die japanische Zeitschrift „Shukan Bunshun“ zitierte am Donnerstag aus dem Dokument, in das ein Kenner der Kim-Familie Einblick hatte. Kim Jong Il ruft sein Land demnach auf, weiter an der Entwicklung von Atomwaffen und Raketen zu arbeiten. Zudem mahnt er zu Wachsamkeit gegenüber seinem größten Verbündeten China und ruft zu einem Kampf gegen den Einfluss der USA auf der koreanischen Halbinsel auf.

„Haltet an dem Geist fest, dass die beständige Entwicklung und Erhaltung von Atomwaffen, ballistischen Raketen und biologischen Waffen der einzige Weg ist, den Frieden auf der nordkoreanischen Halbinsel zu wahren“, heißt es laut „Shukan Bunshun“ im Testament der einstigen Nummer eins Nordkoreas. Das verarmte Land, das sich seit dem Korea-Krieg in den 50er Jahren im Kriegszustand mit dem Süden befindet, gilt seit Jahren als Atommacht und will der Welt derzeit mit einem Raketenstart die Stirn bieten. Der Westen vermutet dahinter einen heimlichen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

In Kim Jong Ils letztem Willen heißt es weiter: „Indem wir uns als legitime Atommacht darstellen, müssen wir den amerikanischen Einfluss auf der koreanischen Halbinsel schwächen und an der Lockerung der internationalen Sanktionen arbeiten, um die Bedingungen für wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen.“ Nordkorea müsse den „psychologischen Krieg“ gegen die USA gewinnen. Kim Jong Il nimmt auch China ins Visier: „Das ist das Land mit den besten Beziehungen zu uns, aber es könnte das werden, das wir am meisten beobachten müssen.“ Nordkorea dürfe sich nicht von seinem Nachbarn „ausbeuten“ lassen. 

Die „Shukan Bunshun“ ist eine der meistgelesenen Wochenzeitschriften Japans. Das Magazin beruft sich bei seiner Berichterstattung über das Testament auf den Leiter des südkoreanischen Forschungsinstituts NKSIS, Lee Yun Keol, der das Dokument nach eigenen Angaben einsehen durfte. Er war einst in Nordkorea für eine Organisation tätig, die mit dem Schutz der Kim-Familie beauftragt war, und hat immer noch gute Kontakte in das Land. Die Zeitschrift stufte seine Aussagen als „glaubwürdig“ ein und verwies darauf, die in ihrem Beitrag genannten Zitate direkt dem Originaldokument entnommen zu haben.

Von

afp

Kommentare (1)

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hanji

12.04.2012, 19:53 Uhr

"Das verarmte Land (...) gilt seit Jahren als Atommacht und will der Welt derzeit mit einem Raketenstart die Stirn bieten. Der Westen vermutet dahinter einen heimlichen Raketentest (...)" Das sind sehr gewagte Behauptungen: 1) Wer angeblich an einem Atomprogramm arbeitet, ist damit noch lange keine "Atommacht". Da sind sich auch die US-Experten einig. 2) Die Ankündigung des Nordens, man plane einen Raketenstart für einen Sattelitenprojekt, sollte nicht pauschal als Lüge hinter bösen Absichten abgestempelt werden. Hinter der aktuellen Panikmache und den massiven Vorwürfen gegen Nordkorea steht keineswegs der "Westen", sondern der CIA, der Verband der US-Rüstungsindustrie und die mit ihnen aufs engste verbundenen Regierungen in Japan und Südkorea. Etwas mehr Neutralität und kritische Distanz bei solch heißen Interpretationen stünde dem Handelsblatt gut.

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