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26.06.2013

22:57 Uhr

Autoabgase

Deutschland will neue EU-Norm verhindern

EU-Diplomaten zufolge will Deutschland die Einigung auf eine neue Abgas-Höchstgrenze für Neuwagen verhindern. Die Bundesregierung wolle laut Diplomatenkreisen die Abstimmung von der Tagesordnung streichen lassen.

EU-Diplomaten zufolge will die Bundesregierung eine neue EU-Abgasnorm für Neuwagen verhindern. dpa

EU-Diplomaten zufolge will die Bundesregierung eine neue EU-Abgasnorm für Neuwagen verhindern.

BrüsselDeutschland will eine Einigung auf EU-Ebene zu schärferen Abgas-Höchstgrenzen für Autos doch noch verhindern. Die Bundesregierung bemühte sich am Mittwoch darum, eine Abstimmung über den Beschluss von der Tagesordnung eines Treffens der EU-Botschafter am Donnerstag in Brüssel zu kippen, wie die Nachrichtenagentur AFP von mehreren EU-Diplomaten erfuhr. Demnach soll sich deswegen sogar das Bundeskanzleramt an die irische Regierung gewandt haben, die noch bis Monatsende die EU-Ratspräsidentschaft inne hat und über die Tagesordnung der EU-Treffen bestimmt.

Die am Montagabend zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament erzielte Einigung sieht vor, dass in der EU ab dem Jahr 2020 eine Abgas-Höchstgrenze von 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer für den Durchschnitt aller Neuwagen gilt. Bisher liegt der Grenzwert bei 120 Gramm, den die Hersteller bis zum Jahr 2015 schrittweise erreichen müssen. Bis zum Jahr 2025 sollen die Abgas-Höchstgrenzen für die Autoindustrie noch weiter sinken.

Die Autohersteller können sich demnach jedoch besonders emissionsarme Wagen wie Elektrofahrzeuge auch künftig mehrfach anrechnen lassen und so den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotten statistisch senken. Darauf hatte der Verband der Automobilindustrie besonders gepocht, der die Interessen der deutschen Hersteller vertritt.

Ein zustimmendes Votum der EU-Botschafter am Donnerstag hätte den Beschluss besiegelt. Die neuen Regeln seien aus Sicht der Bundesregierung jedoch zu nachteilig für die deutschen Autobauer, sagte ein EU-Diplomat.

Von

afp

Kommentare (5)

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Heuchler

26.06.2013, 23:50 Uhr

Es ist ja auch einfacher dem kleinen Mann, der alten Oma oder dem Häuslebauer das Geld unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes aus der Tasche zu ziehen.
Das Geld kann dann genutzt werden für eine Industrie die völlig unsinnige 2,5 Tonnen schwere SUV mit 260 PS baut und sich damit noch rühmt wie Umweltfreundlich die Schleudern sind. Nun ich gönne jedem seinen Spass, aber da wird doch wirklich deutlich wie verlogen und heuchlerisch doch die Umweltpolitik ist.
Eigentlich schon dreist wie eine Industrie geschützt wird und wie man andere dafür bluten lässt.

Account gelöscht!

27.06.2013, 09:15 Uhr

Die CO2-Reduzierung ist eine vollkommen idotische und für die Entwicklung des Klimas irrelevante Zielsetzung. Insofern finde ich die Vorgehensweise der Regierung gut, auch wenn veilleicht die falschen Gründe dazu führen.
Die EU ist im übrigen die letzte Instanz, die noch am CO2-Dogma festhält. Die anderen Länder haben sich bereits weitestgehend davon distanziert.

leon

27.06.2013, 11:46 Uhr

Die privaten Bürger zahlen den Umweltschutz doppelt und dreifach. Was soll der Unsinn? Auch die Strompreise der Industrie werden vom privaten Bürger subventioniert. Warum? Sind andere gleicher??? So eine Politik der Altparteien darf und kann man nicht mehr wählen.

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