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03.11.2011

13:21 Uhr

Axel Weber

„Wir müssen den Markt zurückbringen in die Marktwirtschaft“

VonOliver Stock

Finanzanleger schwelgen in einer Vollkaskomentalität, schimpft Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber. Der zukünftige Präsident der Schweizer UBS zerreißt die bisherige Krisenpolitik und mahnt die G20-Teilnehmer zur Umkehr.

Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber zum Rettungspaket für Griechenland: „Die Annahme ist alternativlos“ dapd

Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber zum Rettungspaket für Griechenland: „Die Annahme ist alternativlos“

FrankfurtEr ist der Mahner, der kein Blatt vor den Mund nehmen muss. Axel Weber ist noch nicht Präsident der Schweizer Großbank UBS und nicht mehr Präsident der deutschen Bundesbank. In dieser Zwischenphase, wo die Rücksichten auf Politik und Dienstherren am kleinsten sind, hat er heute, während in Cannes die Spitzen der 20 größten Industrieländer um Wege aus der Schuldenkrise ringen, in der Frankfurter Oper auf Einladung eines Fondsanbieters sein Konzept zur Lösung der Schuldenkrise vorgetragen. Es ist Webers Weg. Und er hebt sich wohltuend von der Krisenhektik in Cannes ab.

Der Präsident im Zwischenruhestand greift zu harten Worten. „Die Diskussion, dass es keine Alternative zum jetzigen Handeln in der europäischen Schuldenkrise gibt, hören wir seit zwei Jahren. Gleichzeitig hat der Markt aber immer mehr Zweifel, ob die Schuldenländer jemals wieder ihre Schulden zurückzahlen können“, sagt er und macht deutlich, dass Merkel, Sarkozy und Co. einen falschen Ansatz gewählt haben. Seine Analyse: „Jeder Anleihekäufer, der einst glaubte, griechische Staatsanleihen seien fast so zu bewerten wie deutsche, hat eine massive Fehlspekulation gemacht.“

Seine Schlussfolgerung: Deswegen müsse jeder dieser Käufer jetzt auch zur Lösung des Problems herangezogen werden. „Wir haben es uns in Europa anderthalb Jahre geleistet, über irrelevante Alternativen zu reden. Alle bisherigen Ideen laufen unter dem Motto, wie kann ich das Geld der anderen verwenden, um mir selbst zu helfen“, lautet die Botschaft aus Frankfurt in Richtung Cannes.

Nicht viel Gutes kann Weber dieser Form des Krisenmanagements abgewinnen. Eurobonds, also die lange diskutierte Staatsanleihe, die die europäischen Länder gemeinsam ausgeben könnten, seien Instrumente einer „Liebesehe“, sie stammten aber nicht aus einer „Vernunftehe“. Der Rettungsfonds ist seiner Meinung nach nicht richtig konstruiert. Bevor Marktteilnehmer Verluste erlitten, werde der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Der Hebel, der jetzt eingebaut werden soll, um das Volumen des Rettungsfonds zu erhöhen, bedeute nichts weiter als eine höhere Verlustwahrscheinlichkeit für den Steuerzahler.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

03.11.2011, 13:35 Uhr

Jep und die Politik zu einer Schuldenbremse

Politikverdrossen

03.11.2011, 13:53 Uhr

Wie wohltuend dieser Mann sich doch von dem konzeptionslosen Geschwätz von Merkel, Sarkozy und Schäuble abhebt. Stattdessen haben sie ihn weggemobbt, welch eine Farce...

Account gelöscht!

03.11.2011, 13:57 Uhr

Recht hat er...
Was macht die EZB nochmal im Moment? Und was waren ursprünglich Ihre Hauptaufgaben? Na... klingelts?

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