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01.03.2017

15:50 Uhr

Aydin Dogan

Türkischer Medienmogul wegen Schmuggels vorgeladen

Der türkische Medienzar Aydin Dogan hat ein angespanntes Verhältnis zum Präsidenten Erdogan. Nun hat Dogan eine gerichtliche Vorladung erhalten. Er wird des Treibstoffschmuggels verdächtigt. Ihm drohen 20 Jahre Haft.

Der Gründer des Medienkonzerns wird verdächtigt, an kriminellen Machenschaften beteiligt gewesen zu sein. Reuters, Sascha Rheker

Dogan Holding

Der Gründer des Medienkonzerns wird verdächtigt, an kriminellen Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.

AnkaraDer türkische Medienzar Aydin Dogan hat wegen angeblichen Treibstoffschmuggels eine gerichtliche Vorladung erhalten. Ein Richter in Istanbul ordnete laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch an, dass der 80-jährige Ehrenvorsitzende des von ihm aufgebauten Mischkonzerns persönlich zur nächsten Anhörung im Prozess um einen mutmaßlichen Schmugglerring erscheinen müsse. Bislang wurde er in dem Fall durch einen Anwalt vertreten. Dogan, der ein angespanntes Verhältnis zu Präsident Recep Tayyip Erdogan hat, wird vorgeworfen, an der Gründung einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel und Betrug beteiligt gewesen zu sein, als er den Konzern noch leitete. Ihm drohen mehr als 20 Jahre Gefängnis. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nur einen Tag vor der Gerichtsentscheidung hatte Erdogan einen in der zur Dogan-Gruppe gehörenden Zeitung Hürriyet erschienenen Artikel kritisiert. Das Blatt berichtete am 25. Februar, dass die Regierung vor Aufhebung des Kopftuchverbots im Militär nicht die Meinung der Armee eingeholt habe. Dies wurde von einigen als Andeutung interpretiert, dass zwischen Armee und Regierung Missklang herrsche. Nach Erdogans Kritik verloren Dogan- und Hürriyet-Aktien an der Börse erheblich an Wert. Auch am Mittwoch tendierten sie schwächer.

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Die Währung Lira ist im freien Fall, die Konjunktur bricht ein, Investoren fliehen in Scharen: Die türkische Wirtschaft durchlebt schwere Zeiten. Präsident Erdogan braucht Erfolge – und ruft zum Durchhalten auf.

Den türkischen Behörden wurde zuletzt immer wieder vorgeworfen, die Pressefreiheit zu missachten. Nach dem gescheiterten Militärputsch im Juli vergangenen Jahres gingen die Behörden massiv gegen mutmaßliche Regierungskritiker vor. Mehr als 130 Medieneinrichtungen wurden nach offiziellen Angaben geschlossen. Das deutsch-türkische Verhältnis belastet im Moment besonders die Festnahme des Journalisten Deniz Yücel. Die Bundesregierung forderte am Mittwoch erneut die Entlassung des Deutsch-Türken aus der Untersuchungshaft.

Von

rtr

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