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15.11.2012

20:27 Uhr

Ayrault auf Werbetour

Frankreich versichert Deutschland seinen Reformwillen

Ministerpräsident Ayrault wirbt in Berlin um Vertrauen und trifft damit auf offene Ohren: Kanzlerin Merkel hat Interesse an einem starken Frankreich. Dennoch trifft sich der französische Sozialist auch mit der SPD-Spitze.

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault beim Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. dapd

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault beim Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

BerlinDer französische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault hat in Deutschland versucht, Zweifel am Reformwillen seiner sozialistischen Regierung zu zerstreuen. "Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, damit wir das Ziel erreichen, Wachstum zu bekommen", sagte Ayrault am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Frankreich wolle das vereinbarte Defizitziel von drei Prozent in 2013 einhalten und dennoch für mehr Wachstum sorgen. Allerdings betonte er, dass sein Land dabei seinen eigenen Weg gehen und keine anderen Modelle kopieren werde.

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"Wir wollen ein starkes Frankreich", betonte Merkel nach dem Treffen im Kanzleramt. Allerdings lehnte sie es ab, einzelne Maßnahmen der Regierung in Paris zu kommentieren oder gar zu bewerten. "Ich wünsche großen Erfolg bei dem, was in Frankreich jetzt in Bewegung kommt." In der EU und vor allem der Euro-Zone hingen alle von allen ab. "Niemand kann sich abkoppeln."
Zuvor hatten sowohl die EU-Kommission als auch der frühere SPD-Kanzler Gerhard Schröder Frankreich zu Strukturreformen aufgefordert. Angesichts wachsender Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Partnerlandes hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble den Sachverständigenrat um eine Analyse der Lage gebeten. Nach Angaben des Statistikamt Eurostat wuchs die Wirtschaft aber sowohl in Deutschland und Frankreich im dritten Quartal je um 0,2 Prozent.

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Angesichts wachsender Arbeitslosigkeit in Frankreich hatte Präsident Francois Hollande angekündigt, die steuerliche Belastung der Unternehmen um 20 Milliarden Euro zu verringern. Vor wenigen Wochen hatte er seiner Regierung einen Haushaltsentwurf 2013 vorgelegt, der ein Defizitziel von drei Prozent anvisiert. Allerdings soll das Defizit vor allem über Steuererhöhungen ausgeglichen werden.

Kommentare (7)

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MikeM

15.11.2012, 20:56 Uhr

Frankreich = Griechenland 2010

Versicherungen, Versprechungen, usw. Alles Makulatur.

Account gelöscht!

15.11.2012, 21:09 Uhr

Vor noch nicht all zu langer ZEit wurde ich hier ausgelacht als ich Spanien als pleite bezeichnete...danach ist mana uf mich los als ich im gleichen Atemzug Frankreich nannte.

Frankreich IST pleite und verschleiert es noch immer und der deutsche Vollpfosten soll blechen. That's the story!!

Rechner

15.11.2012, 21:12 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Er wolle daher die Neuverschuldung des Landes im nächsten Jahr auf 4,5 Prozent senken.
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Nächstes Jahr?

Das muß wohl dieses Jahr heißen.

+++

O-Ton Ayrault
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"Und wir wollen auch das Ziel drei Prozent einhalten, das für 2013 festgesetzt ist"
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Das ist zwar schon 'mal was.

Aber auch eine jährliche Neuverschuldung von drei Prozent führt bei einem nominalen BSP-Wachstum von unter drei Prozent zum Steigen der relativen Verschuldung und damit in die Schuldenfalle.

Ein bißchen mehr als Gemeinplätze und Geschwafel muß da irgendwann 'mal aus dem Elysee-Palast kommen.

Das wird natürlich schwierig - denn die Propaganda mit der man die Wahl gewonnen hat muß man wieder einkassieren.

Hollande muß versuchen seinen Landsleuten 20 Euro aus der linken Tasche zu ziehen nachdem er ihnen mit viel Tamtam 10 Euro in die rechte gesteckt hat.

Mal seh'n ob's klappt - seine Wählerschaft dürfte ja mit Zahlen nicht so beschlagen sein.

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