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09.07.2012

15:12 Uhr

Bad Bank

Euro-Gruppe gibt Madrid erneut mehr Zeit

Die faulen Kredite der spanischen Institute sollen in eine Bad Bank ausgelagert werden. Im Gegenzug will die Euro-Gruppe Madrid noch mehr Luft zum Abbau des Etatdefizits geben. Details verhandeln die Finanzminister.

Für die maroden spanischen Banken - hier die Bankia in Madrid - soll eine Bad Bank her. dpa

Für die maroden spanischen Banken - hier die Bankia in Madrid - soll eine Bad Bank her.

MadridDie Bedingungen für das geplante Milliarden-Hilfspaket der Euro-Partner für die Rettung spanischer Banken konkretisieren sich. Einerseits werde Spanien der Gründung einer „Bad Bank“ zustimmen, in die faule Kredite ausgelagert werden sollen, verlautete am Montag aus spanischen Regierungskreisen. Gleichzeitig kommt offenbar auch die Euro-Gruppe auf das Krisenland zu.

Zusätzlich zur Schaffung einer Bad Bank soll die Kernkapitalquote der Kreditinstitute in Spanien auf neun Prozent angehoben werden. Um die Eigenkapitalvorschriften „Basel III“ zu erfüllen ist lediglich eine Quote von sieben Prozent nötig. Spanien werde noch am Montag eine entsprechende Absichtserklärung in Brüssel unterzeichnen, hieß es. Möglicherweise bekomme das Land über 15 Jahre laufende Kredite für drei bis vier Prozent.

Spanische Banken im Herz- und Nierentest

Zwei Szenarien

Die spanische Regierung hat zwei Beratungsunternehmen die Finanzkraft der Banken des Landes unter die Lupe nehmen lassen. Dazu wählten die Berater zwei Szenarien, ein Basisszenario und ein kritisches Szenario.

Basisszenario

Der Kapitalbedarf von Banken richtet sich nach der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Denn läuft die Konjunktur schlecht und steigt die Arbeitslosigkeit ist auch mit geringeren Kreditrückzahlungen zu rechnen. Im Basisszenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -1,7 Prozent, 2013 -0,3 Prozent, 2014 0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 23,8 Prozent, 2013 23,5 Prozent, 2014 23,4 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -5,6 Prozent, 2013 -2,8 Prozent, 2014 -1,5 Prozent

Kritisches Szenario

Im kritischen Szenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -4,1 Prozent, 2013 -2,1 Prozent, 2014 -0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 25 Prozent, 2013 26,8 Prozent, 2014 27,2 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -19,9 Prozent, 2013 -4,5 Prozent, 2014 -2 Prozent

Die spanische Bankenlandschaft

Marktanteile spanischer Banken (gemessen in Prozent spanischer Vermögenswerte)

Santander (incl. Banesto) 19%
BBVA (incl. UNNIM) 15%
Caixabank (incl. Banca Cívica) 12%
BFA-Bankia 12%
Banc Sabadell (incl. CAM) 6%
Popular (incl. Pastor) 6%
Ibercaja - Caja 3 – Liberbank 4.2%
Unicaja – CEISS 2.7%
Kutxabank 2.6%
Catalunyabanc 2.5%
NCG Banco 2.5%
BMN 2.4%
Bankinter 2.1%
Banco de Valencia 1.0%

Quelle: Oliver Wyman

EU-Diplomaten zufolge wird die Euro-Gruppe Spanien aber auch mehr Zeit zum Abbau seines Haushaltsdefizits einräumen. Das Minus im Staatshaushalt dürfe in diesem Jahr 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, hieß es am Montag in den Kreisen. Die EU-Kommission schlage den Schritt vor, die am Abend Thema in den Beratungen der Finanzminister der Euro-Zone sein werde. Zuletzt hatte die EU das Ziel im März auf 5,3 Prozent gelockert.

Im kommenden Jahr soll Spanien dann den beiden EU-Vertretern zufolge sein Defizit auf 4,5 Prozent abbauen und 2014 schließlich mit 2,8 Prozent unter der vereinbarten Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts landen. Die spanische Regierung will bei dem Treffen am Abend eine Absichtserklärung über die geplanten Rettungshilfen für den Bankensektor des Landes unterzeichnen.

Die EU-Kommission hatte bereits vor einigen Wochen vorgeschlagen, Spanien zum Abbau des Defizits ein Jahr mehr Zeit einzuräumen, unter der Bedingung, dass die Regierung in Madrid zusätzliche Sparmaßnahmen beschließt. Spanien hatte weitere Wirtschaftsreformen bereits in Aussicht gestellt, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Eine tiefe Rezession erschwert in dem südeuropäischen Land den Abbau der Schulden.

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Kommentare (23)

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kenehoh

09.07.2012, 14:09 Uhr

Das sollen sie doch in eine Tiefkühltruhe oder nach Sibirien auslagern und - VORALLEM: die ganzen Bankmanager mit: INS RUSSISCHE ARBEITSLAGER!! FÜNF JAHRE UNBEDINGT!

malvin

09.07.2012, 14:36 Uhr

Die Bankenrekapitalisierung ist reiner Schwachsinn!!
Denn JEDER Investor wird im Unklaren darüber geslassen wie wackelig eine spanische Bank den wirklich ist. Sicherheit kann nur Spanien selbst schaffen, indem es die faulen Kredite übernimmt.
Auch wäre eine direkte Zahlung an die spanischen Banken ein reiner "Taschenspielertrick", denn am Schluss hafter IMMER der spanische Staat selbst für Verbindlichkeiten. Gedanklich sind die Schulden längst auf den spanischen Staat übergegangen. Deshalb sind die Renditen unverändert hoch.

Man muss jetzt unbedingt den nächsten Schritt wagen, nämlich:
Spanien und Italien müsssen einen eigenen Schuldentilgungsfond anlegen, in den Schuldne über 80% des BIPs ausgelagert werden. Durch Steurn/Abgaben (Prozentpunkte auf Mwst. Ek-St, Trans-st. Vermögensste. Immost. oder einen eigenen Schuldentilungssoli ähnlich dem Soli) können jährlich Tilgungszahlungen geleistet werden.
Wenn die Zahlung erfolgt ist, bekommt Spanien/Italien einen Refinanzierungszuschuss, um die Zinslast auf 3,5-4% zu drücken.
Dieses System hat ALLE Vorteile von Tilgungsfonds/Eurobonds:
1. Keine Haftung für andere Länder;
2. Länder zahlen selbst.
3. Schuldenabbau,
4 Refinanzierung steht.
5. Kein Missbrauch.
6. Keine verfassungsrechtlichen Bedneken.
7. Keine Abtreteung von politischen Kompetenzen.

Das Systgem ist perfekt: Fordern und Fördern. Sollten die Tilgungsraten nicht geleistet werden, werden direkte EU-Mittel gestrichen.

Auch DE konnte sich in schwierungen Zeiten den Soli leisten. Und Italien ist reich. Und es ist nicht einzusehen, dass z.B. bei Eurobonds Frankreich als Zins-Trittbrettfahre sich an DE ranhängt, um seine gigantischen Sozialsysteme zu finanzieren.

Also. lost gehts!!

Account gelöscht!

09.07.2012, 14:42 Uhr

"sollen", "offenbar", "möglicherweise", "unklar", "müsse", "erwartet", ...
Was ist das denn für ein Artikel??? Wo sind denn die Informationen? Was wird das für eine Bad-Bank? Wem wird sie gehören? Welche Maßnahmen hat Spanien bereits zugesagt? Bei welchen Maßnahmen will man mehr Zeit geben? Kein Wunder, dass keiner mehr Zeitung liest.

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