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17.02.2011

08:10 Uhr

Bahrain

Polizei knüppelt Demonstranten nieder

Erst Tunesien und Ägypten, dann der Jemen, Iran und Libyen – und jetzt Bahrain. Die Proteste in muslimischen Ländern weiten sich aus. Und könnten auch auf Saudi-Arabien übergreifen.

ManamaIm arabischen Königreich Bahrain ist die Polizei am frühen Donnerstagmorgen gewaltsam gegen mehrere tausend Demonstranten vorgegangen, die eine Reform des autoritären Regimes gefordert hatten. Mindestens drei Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt.

Damit stieg die Zahl der Demonstranten, die bei den seit nunmehr fünf Tagen anhaltenden Protesten getöteten wurden, auf insgesamt fünf.

Tausende Demonstranten hatten in der Nacht zum Donnerstag auf dem zentralen Lulu-Platz in Manama ausgeharrt. Gegen 3.00 Uhr Ortszeit habe die Polizei den Platz dann umstellt und ohne Vorwarnung das Feuer auf die Menschen eröffnet, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Als die Menschen in Panik von dem Platz geflohen seien, hätten Polizisten mit Schlagstöcken sie noch in die umliegenden Straßen verfolgt. Anschließend sicherten Polizeikräfte den Platz.

Ärzte des Salamynia-Krankenhauses in Manama sagten der dpa, dass zwei Tote mit Schusswunden in die Klinik gebracht worden seien. Ein drittes Opfer erlag nach Angaben von Notfallhelfern auf dem Lulu-Platz seinen Verletzungen. Mindestens 45 Verletzte wurden im Krankenhaus behandelt. Viele hätten Schusswunden erlitten oder seien durch Tränengasgranaten verletzt worden, sagten Ärzte.

Zu Tausenden - die Angaben schwankten zwischen 5 000 und 20 000 - hatten sich die Menschen schon am Mittwoch nach der Beisetzung eines am Vortag getöteten Demonstranten auf dem Lulu-Platz versammelt, darunter auch viele Frauen und Kinder. Nach den gewaltsamen Zusammenstößen der Vortage verlief der Protest zunächst aber friedlich. Vereinzelt war während der Beerdigung zum „Sturz des Regimes“ aufgerufen worden. Die meisten Oppositionellen erklärten jedoch, sie forderten lediglich Reformen.

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