Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2017

10:39 Uhr

Balkan

Serbischer Außenminister befürwortet Teilung des Kosovo

Seit neun Jahren ist das Kosovo unabhängig. Serbien erhebt aber weiterhin Anspruch auf das Gebiet. Nun schlägt der serbische Außenminister vor, das Land zu teilen und für den Norden einen Sonderstatus zu schaffen.

Nach früheren Teilungsideen könnte Nordkosovo Serbien angeschlossen werden. AFP; Files; Francois Guillot

Ivica Dacic

Nach früheren Teilungsideen könnte Nordkosovo Serbien angeschlossen werden.

Belgrad Der serbische Außenminister Ivica Dacic hat sich für die Teilung des Kosovos ausgesprochen. So könne der jahrzehntelange Dauerkonflikt um diese fast nur noch von Albanern bewohnte frühere serbische Provinz gelöst werden, schrieb der Spitzenpolitiker am Montag in einem Beitrag für die größte Zeitung „Blic“ in Belgrad. Das Kosovo ist seit neun Jahren ein unabhängiger Staat und von mehr als 110 Staaten völkerrechtlich anerkannt.

Im Kosovo liegen viele mittelalterliche serbische Klöster und Schlachtfelder, so dass Belgrad diese Region bisher wieder zurückhaben wollte. In Nordkosovo lebt eine kompakte serbische Minderheit. Nach früheren Teilungsideen könnte Nordkosovo Serbien angeschlossen werden. In diesem Fall war von albanischer Seite ins Spiel gebracht worden, die auf bis zu 100.000 Albanern geschätzte Minderheit in Südserbien dem Kosovo anzugliedern.

Den historischen serbischen Klöster im Kosovo, die auch auf der Weltkulturerbe-Liste stehen, soll im Falle einer Gebietsteilung ein autonomer Status eingeräumt werden, hat Dacic jetzt wieder vorgeschlagen. Der in Serbien alles bestimmende Staatspräsident Aleksandar Vucic hatte vor einigen Tagen zu einem innerserbischen Dialog aufgerufen, um endlich Vorschläge zur Lösung der Kosovokrise zu erarbeiten.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Henseler

31.07.2017, 11:29 Uhr

Das Kosovo war eine Fehlgeburt. Wenn der Teil des Gebiets mit serbischer Bevoelkerungsmehr und serbischer Grenze wieder an Serbien geht, verkleinern wir
das Kosovo und damit das Problem.

Herr Maximilian Von Mühlenen

31.07.2017, 11:46 Uhr

@ Hans Henseler
Ja da muss ich Ihnen Recht geben, das Kosovo als eigenen Staat zu gründen war wirklich falsch den mann hat ein Volk auseinander gerissen, mann hätte es Albanien zurück geben sollen genau so wie die anderen Städte die Albanern seit je her gehörten. Wenn Sie glauben das Serbien ein anrecht auf irgend eine Ortschaft im Balkan hat, dan täuschen Sie sich gewaltig und zeugt davon dass Sie nicht viel wissen von der Geschichte im Balkan! Das Albanische Volk ist im Balkan Autochthon und eines der ältesten Völker überhaupt in Europa und auf der Welt.
Einen schönen Tag Herr Henseler.

Herr Tomas Maidan

31.07.2017, 11:51 Uhr

Beim Thema Serbien sollte man auch daran erinnern, dass Serbien einen EU-Aufnahme-Antrag gestellt hat. Vermutlich, ohne Putin zu fragen, ob es das überhaupt darf.

Man kann also davon ausgehen, dass eine ähnliche Scheisse wie in der Ukraine droht, falls die EU-Beamten es wagen sollten, diesen Antrag nicht sofort in den Müll zu schmeissen.

Vorsicht also. Putin wirkt sowieso ein bisschen angeschlagen in letzter Zeit. Gaaaanz vorsichtig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×