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19.06.2017

11:44 Uhr

Bamako

Tote bei Angriff auf Luxushotel in Mali

Die Terrororganisation Al Qaida verbreitet auch im afrikanischen Mali Angst und Schrecken. Terroristen haben jetzt ein beliebtes Hotel nahe Bamako angegriffen. Mindestens fünf Menschen sterben, darunter drei Angreifer.

Rauch steigt nach einem bewaffneten Angriff über dem Le Campement Kangaba Resort nahe der Hauptstadt Bamako auf. Reuters

Mali

Rauch steigt nach einem bewaffneten Angriff über dem Le Campement Kangaba Resort nahe der Hauptstadt Bamako auf.

Bamako/LuxemburgNach dem Angriff auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako gibt es Hinweise darauf, dass unter den Opfern Europäer sind. Man sei derzeit dabei, die letzten Überprüfungen vorzunehmen und die Familien zu informieren, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag am Randes eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg. Es sei „gut möglich“, dass unter den Opfern Europäer seien.

Bei dem Angriff auf das Hotel in einem Vorort von Bamako waren am Sonntag mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und zehn weitere verletzt worden. Den jüngsten Angaben zufolge hatten Bewaffnete die bei Ausländern beliebte Anlage gestürmt. Eine Anti-Terror-Einheit habe dann nur wenige Minuten später das Hotel umzingelt und sich einen Schusswechsel mit den Angreifern geliefert, teilten die Behörden mit. Zwei der vier Toten seien Angreifer.

In dem westafrikanischen Land Mali kommt es immer wieder zu Terrorangriffen von islamistischen Gruppen. Im Norden des Landes sind zum Beispiel die Terrororganisation Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere Extremisten aktiv. Sie greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. An der UN-Friedensmission und einem EU-Ausbildungseinsatz in Mali sind auch zahlreiche Bundeswehr-Soldaten beteiligt. Bei einem Angriff mutmaßlicher islamistischer Extremisten auf ein Resort in der malischen Hauptstadt Bamako sind insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Einsatzkräfte hätten drei von vier Angreifern getötet, zudem seien zwei weitere Menschen gestorben, teilte die Polizei in der Nacht zum Montag mit. Der Chef der Nationalpolizei, Moussa Ag Infahi, sagte, der vierte Angreifer sei geflohen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Behörden hatten zuvor gemeldet, dass mehrere Menschen in der Hotelanlage von den mutmaßlichen Angreifern als Geiseln gehalten worden seien. Mehr als 30 Menschen hätten fliehen können. Ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals des Resorts sagte, ein Angreifer sei gegen 15.40 Uhr Ortszeit mit einem Motorrad auf das Gelände der Luxusanlage gefahren und habe „Allahu Akbar“, arabisch für „Gott ist groß“, gerufen. Danach sei er zum Poolbereich gerannt.

Anschließend habe ein Auto mit drei weiteren mutmaßlichen Dschihadisten das Resort erreicht, so der Security-Mitarbeiter Mahamadou Doumbia. Ein französischer Soldat habe daraufhin einen der Angreifer angeschossen und verletzt.

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Der Norden Malis kommt nicht zur Ruhe. Extremisten wollen den Frieden torpedieren. Mit einem blutigen Anschlag in Gao melden sie sich zurück. Dort ist auch die Bundeswehr stationiert.

Der malische Sicherheitsminister bestätigte in einer Stellungnahme, dass zur Zeit des Angriffs Menschen in dem Hotel gewesen seien, die für die französische Militärmission im Land arbeiteten. Auch UN-Mitarbeiter und Vertreter der Europäischen Union hätten sich dort aufgehalten. Zu den Toten zähle eine Person mit französischer und gabunischer Staatsbürgerschaft.

Der französische Präsident Emmanuel Macron wurde aus der Ferne in Paris über den Angriff auf dem Laufenden gehalten. Er sei informiert worden und verfolge die Geschehnisse, teilte ein Mitarbeiter aus Macrons Büro am Sonntagabend mit. In der malischen Hauptstadt sind keine französischen Truppen stationiert - im Norden des Landes sind jedoch 2.000 Soldaten im Einsatz, um gegen islamistische Extremisten zu kämpfen.

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hieß es.

Im November 2015 hatten Terroristen das Radisson-Hotel in der Hauptstadt im Südwesten des Landes angegriffen. Dabei hatten sie rund 100 Gäste als Geiseln genommen und etwa 20 getötet. Im Norden sind die Terrorgruppen Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen aktiv. Sie greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an.

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Eine UN-Mission soll zur Umsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen beitragen. An der Mission in dem westafrikanischen Land sind etwa 800 Bundeswehr-Soldaten beteiligt.

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