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29.08.2012

20:53 Uhr

Ban Ki Moon im Iran

Umstrittene Reise des Uno-Generalsekretärs

Iranischen Meldungen zufolge hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bei einer Reise nach Teheran mit der iranischen Führung über die Atompolitik des Landes diskutiert. Vora llem die USA hatten die Reise kritisiert.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Archivaufnahme). dpa

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Archivaufnahme).

TeheranUN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Mittwoch iranischen Presseberichten zufolge mit der Führung in Teheran den Atomkonflikt und die Lage der Menschenrechte erörtert. Ban traf vor Beginn des Gipfels der blockfreien Staaten unter anderem mit dem geistlichen Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und Präsident Mahmud Ahmadinedschad zusammen. Nach Angaben seines Sprechers kritisierte er dabei die anti-israelischen Äußerungen der Führung.

Ban habe seine "starke Ablehnung" der Äußerungen Chameneis und Ahmadinedschads zu Israel übermittelt, die er als "beleidigend und aufrührerisch" bezeichnet habe, sagte sein Sprecher Martin Nesirky. Ahmadinedschad und Chamenei hatten kürzlich Israel als "Krebsgeschwür" bezeichnet, das aus dem Nahen Osten verschwinden müsse. Laut Nesirky forderte Ban von den beiden Politikern zudem "konkrete Schritte", um die Sorgen zum Atomprogramm zu zerstreuen.

Nach Angaben der Internetseite des iranischen Parlaments sprach Ban gegenüber Parlamentspräsident Ali Laridschani die "wichtige Rolle" an, die der Iran bei der friedlichen Beilegung der Krise in Syrien spielen könne. Zudem habe er die Sorgen der UNO wegen der Lage der Menschenrechte im Iran thematisiert und angekündigt, den Atomkonflikt in den weiteren Gesprächen zur Sprache zu bringen. Ban traf zudem Irans Chefunterhändler im Atomkonflikt, Said Dschalili.

Ban hatte vor der Reise angekündigt, dass er die "Sorgen und Erwartungen der internationalen Gemeinschaft" hinsichtlich "des iranischen Atomprogramms, des Terrorismus, der Menschenrechte und der Krise in Syrien" zum Ausdruck bringen werde. Die USA und Israel hatten sich kritisch zu Bans Besuch im Iran geäußert, weil sich Teheran von dem Gipfel vor allem Unterstützung im Kampf gegen westliche Strafmaßnahmen wegen seines Atomprogramms erhoffe.

Der Iran steht seit Jahren in der Kritik wegen Menschenrechtsverstößen. Vor Bans Reise hatte ein UN-Sprecher erneut die Verpflichtung des Irans betont, die Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit zu garantieren und Journalisten, Menschenrechtler und Oppositionelle zu schützen. Ban verurteilte zudem bereits mehrfach anti-israelische Äußerungen der iranischen Führung.

Der zweitägige Gipfel der blockfreien Staaten beginnt am Donnerstag. Dazu werden Staats- und Regierungschefs aus mehr als 30 Ländern in Teheran erwartet. Der Blockfreien-Gruppe gehören etwa 120 Staaten an - vorwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Bewegung war 1955 während des Kalten Krieges ins Leben gerufen worden, um denjenigen Staaten mehr Stimme und Gewicht zu geben, die sich weder dem Westen noch dem Ostblock zuordnen wollten.

uvs/bt

Von

afp

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