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30.11.2013

17:28 Uhr

Bangkok

Demonstranten wollen Regierungssitz stürmen

Hunderte Demonstranten versuchen in Bangkok den Regierungssitz zu stürmen. Sie haben bereits mehrere Ministerien und das Hauptquartier der Armee besetzt. Jetzt marschieren auch die Regierungsanhänger auf.

Etwa 2000 Protestierende eines Studentennetzwerks versuchten, die Polizei unter Druck zu setzen, um in den Regierungssitz vordringen zu können. Reuters

Etwa 2000 Protestierende eines Studentennetzwerks versuchten, die Polizei unter Druck zu setzen, um in den Regierungssitz vordringen zu können.

BangkokHunderte Demonstranten haben am Samstag versucht, den schwer bewachten Regierungssitz in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zu stürmen. „Etwa 2000 Protestierende eines Studentennetzwerks haben versucht, Druck auf die Polizei auszuüben“, sagte der Sprecher der Nationalen Polizei, Piya Utayo. Die Demonstranten stapelten Sandsäcke aufeinander, um die Absperrungen rund um das Regierungsgebäude zu überwinden.

Zudem griffen die Regierungsgegner einen Bus von Anhängern der Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra an. Dutzende Demonstranten schleuderten Pflastersteine und Plastikstühle gegen das Fahrzeug, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Ob einer der Insassen verletzt wurde, war unklar. Die sogenannten Rothemden, welche die Regierung unterstützen, waren in einem nahegelegenen Stadion zu einer Demonstration zusammengekommen.

Zwischen den rivalisierenden Gruppen kam es zu Ausschreitungen. In der Nähe des Stadions, in dem sich Anhänger der Regierung versammelt hatten, wurden am Abend (Ortszeit) vier Menschen verletzt, berichteten lokale Medien. In der Gegend waren Schüsse zu hören, hieß es.

Bangkok: Protestler marschieren auf Ministerien

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Die Demonstranten in Bangkok sind genervt von Regierung und Politik, von Korruption und Kungelei. Die Demokratie funktioniert für sie nicht. Sie wollen einen Neuanfang - aber nicht durch Wahlen.

Thailand wird von der heftigsten Protestwelle seit dem Frühjahr 2010 erschüttert, als bei der Niederschlagung wochenlanger Demonstrationen von Anhängern des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gegen die damalige Regierung mehr als 90 Menschen getötet wurden. In den vergangenen Tagen hatten die Regierungsgegner unter anderem mehrere Ministerien und das Hauptquartier der Armee besetzt.

Die Proteste entzündeten sich an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz, das dem im Exil lebenden Thaksin womöglich eine Rückkehr erlaubt hätte. Thaksin war 2006 vom Militär entmachtet und später wegen Korruption verurteilt worden. Die amtierende Regierungschefin ist seine jüngste Schwester.

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