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12.12.2012

10:59 Uhr

Bankenaufsicht

Bis zu 150 Banken unter EZB-Aufsicht

ExklusivNach Handelsblatt-Informationen soll die EZB nur große Banken kontrollieren. Auch SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück und Grünen-Spitzenkandidat Trittin beschäftigen sich heute mit der „Bändigung der Finanzmärkte“.

Wird die EZB nur die großen Banken kontrollieren? dpa

Wird die EZB nur die großen Banken kontrollieren?

Die Ausgestaltung einer einheitlichen Bankenaufsicht in der Euro-Zone wird konkreter. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen soll die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich die großen und systemrelevanten Banken kontrollieren. „Die EZB könnte zwischen 60 und 150 Banken in Europa beaufsichtigen“, sagte ein Verhandlungsteilnehmer dieser Zeitung (Mittwochsausgabe). Die Details wollen die EU-Finanzminister heute bei einem Treffen in Brüssel klären.

Deutschland will verhindern, dass die EZB alle Sparkassen und Genossenschaftsbanken beaufsichtigt. Die Finanzminister diskutieren vor diesem Hintergrund zwei Kriterien, mit denen die Aufsichtstätigkeit der EZB beschränkt werden soll. Zum einen sollen nur Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro von der Europäischen Notenbank überwacht werden. Zum anderen sollen auch die Banken überwacht werden, deren Bilanzsumme mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Heimatlandes überschreitet, hieß es in Verhandlungskreisen. Mit diesem Kriterium soll sichergestellt werden, dass auch Banken, die zwar in absoluter Größe nicht systemrelevant sind, aber für das jeweilige Land ein Risiko darstellen, von der EZB kontrolliert werden.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) reichen diese Ausnahmen nicht. In einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fordert er, dass nur Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 60 Milliarden Euro von der EZB kontrolliert werden. Selbst bei dieser Grenze fielen 22 deutsche Institute unter die EZB-Aufsicht. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor.

Ein Konzept zur "Bändigung der Finanzmärkte", das ist der Grund, weshalb SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin heut Mittag vor die Kameras treten. Damit demonstrieren Möchtegern-Kanzler und Möchtegern-Finanzminister erstmals eine gemeinsame Stoßrichtung in finanzpolitischen Fragen. Beide streben eine "starke Europäische Bankenunion zur Beendigung der Staatshaftung bei Bankenkrisen" an.

Kommentare (1)

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Mazi

12.12.2012, 21:07 Uhr

Sieht keiner was da läuft?

Es kann niemand behaupten, dass die EZB sich an Verträge bzw. Vorgaben hält. Sie hat kein Land unter Kontrolle, bewegt sich total jedweder Überwachung und Vorschriften.

Die EZB hat dann alles, um eine Diktatur zu errichten.

Unsere Politiker schießen eindeutig über das Ziel hinaus. Oder ist das bereits der Ruf nach "Adolf"?

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