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22.01.2012

23:45 Uhr

Bankenverband

Vereinbarung zu Hellas-Anleihentausch in Sicht

Der Internationale Bankenverband (IIF) verbreitet Zuversicht zu den Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt. IIF-Chefunterhändler Charles Dallara sagte, der Verband habe das bestmögliche Angebot unterbreitet.

Privatanleger

Lohnt zocken mit griechischen Staatsanleihen?

Privatanleger: Lohnt zocken mit griechischen Staatsanleihen?

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BerlinDer Internationale Bankenverband (IIF) hofft nach wie vor auf eine Einigung bei den Gesprächen zwischen den privaten Gläubigern und dem krisengeschüttelten Griechenland über einen freiwilligen Anleihentausch. Die Gläubiger arbeiteten weiter eng mit Athen zusammen, sagte IIF-Chefunterhändler Charles Dallara am Sonntag dem Sender Antenna TV. Er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung getroffen werden könne. „Wir stehen am Scheideweg und ich bleibe ziemlich hoffnungsvoll“, fügte Dallara hinzu.

Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht von geschätzten 100 Milliarden Euro unterbrochen worden.

Der französische Finanzminister Francois Baroin stieß ins gleiche Horn. Er habe „gute Gründe“ zu hoffen, dass die Verhandlungen zum Erfolg führten, sagte Baroin in einem Fernsehinterview am Sonntag. Dallara ergänzte, dass der Verband das bestmögliche Angebot für den freiwilligen Anleihentausch gemacht habe. Der Ball liege nun im Spielfeld von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Athen läuft die Zeit davon, denn die Ergebnisse sollten bereits bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag vorliegen.

Chefunterhändler des Internationalen Bankenverbands Charles Dallara dpa

Chefunterhändler des Internationalen Bankenverbands Charles Dallara

Für die privaten Gläubiger - neben Banken auch Hedgefonds und Versicherer - dürfte eine Einigung mit einem Forderungsverzicht von bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen. Daneben müsste Griechenland aber auch die Europäische Union (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) davon überzeugen, dass es gemäß den vereinbarten Spar-Auflagen auf einem konsequentem Weg ist, mit eigenen Anstrengungen aus der Krise herauszukommen.

Ziel ist, den Schuldenstand des Landes bis 2020 von 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft (BIP) zu reduzieren. Nur dann würden EU und IWF Griechenland ein neues Hilfspaket über 130 Milliarden Euro gewähren. Ohne frisches Geld droht dem Land im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedient werden müssen.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Rainer_J

23.01.2012, 00:32 Uhr

Dallara ist ein Idiot. Genauso wie alle Gläubiger! Das trojanische Pferd der Griechen hat sich vollgestopft und mit dem ganzen Geld auf und davon. Dummheit wird bestraft und Dallara ist dumm.

Geldverleiher-waelzen-Risiko-ab

23.01.2012, 00:37 Uhr

Die Griechenlandüberschuldung wurde erzeugt durch das konspirative Zusammenwirken von Kreditjunkie+Kreditdealer. Beide Seiten einigten sich dabei auf einen Bail-Out-Pakt: Durch Lobbyarbeit wurde das Ausfallrisiko implizit auf unbeteiligte EU-Zahlbürger abgewälzt . Das Konzept führte zur Kredit-(Vergabe)-Explosion, weil durch Wegfall des Ausfallrisikos sowohl die Schuldner als auch die Geldverleiher von steigenden Kreditvolumina profitierten:
Die Schuldner durch leistungslosen Konsum, die Geldverleiher durch risikolose Margen...
Das parasitäre Modell wurde über jede kreditlogisch vertretbare Grenze hinaus ausgereizt.
Nach dem Zusammenbruch geht es nun an die Schadens-/Lastenverteilung. Besonders infam geht dabei die Geldverleiherseite vor - die Haftung für das eigene unverantwortliche Treiben wird zur aufgenötigten "Beteiligung" umgelogen .Zudem wird die "Beteiligung" optisch hochgemogelt: Die beschworenen 70% entstehen fiktiv durch "Verzicht" auf eine völlig illusorische 10% Verzinsung

EU-Stuetze-fuer-Steuernomaden

23.01.2012, 00:42 Uhr

is Herbst 2009 meldete die Bank für Int.Zahlungsausgleich (BIZ) rd.60 Mrd.USD an Forderungen von schweizer Banken gegen gr.Schuldner. Erstaunlicherweise verschwanden die 60 Mrd."über Nacht" aus der Statistik. Hintergrund des rätselhaften Vorganges:
Der Forderungsberg lag in der Hand einer einzigen Bank - und diese war abgewandert von Genf nach Luxemburg. Bemerkenswert - bei der Bank handelt es sich um die EFG Holding, Ein Institut unter der Kontrolle der gr.Reederfamilie Latsis. Beim Umzug von einer Steueroase zur anderen wurde so ausgerechnet eine gr.Reederbank kurz sichtbar als Großgläubiger der steuerlich geprellten Heimat.
Mit dem Wegzug aus der Schweiz entzog sich die EFG Holding der schweizer Bankenaufsicht + rückte in Luxemburg näher an EU-Subventionstöpfe. Die Holding operiert dort ohne Banklizenz +bleibt daher unsichtbar für die verräterische BIZ-Statistik.(Eine Holdingtochter hält ebenfalls eine doppelstellige Mrd.-Forderung). Jetzt soll EU-Steuergeld die Rendite der Nomaden sichern.

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