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19.07.2013

05:10 Uhr

Bankrott erklärt

Detroit liegt am Boden

VonNils Rüdel

Lange schon dauert das Elend Detroits, jetzt hat der Gouverneur von Michigan die Notbremse gezogen: Die einst blühende Auto-Metropole hat Bankrott erklärt. Es ist die größte Pleite einer Stadt in der US-Geschichte.

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Eine Metropole ist bankrott

Video: Detroit: Eine Metropole ist bankrott

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New YorkDie hoch verschuldete US-Autometropole Detroit ist pleite. Der Gouverneur des Bundesstaates Michigan, Rick Snyder, genehmigte am Donnerstag den Vorschlag des von ihm eingesetzten Finanz-Notfallmanagers Kevyn Orr, bei einem Gericht Gläubigerschutz zu beantragen. Die Bankrotterklärung sei "der einzig mögliche Weg zu einem stabilen und soliden Detroit", teilte Snyder in einem Begleitschreiben mit. Es ist die größte amerikanischen Stadt, die jemals Insolvenz angemeldet hat.

Er habe gehofft, dieser Schritt könne vermieden werden, so Snyder. Nun sei es aber an der Zeit, der Wahrheit ins Auge zu sehen: "Die Stadt kann ihre Schulden nicht mehr bezahlen, wenn sie fällig werden, und ist insolvent".

Der Gläubigerschutz nach Kapitel 9 des US-Insolvenzrechts würde es der Stadtverwaltung ermöglichen, einmal durchzuatmen: Unter Aufsicht eines Insolvenzrichters könnte Detroit die fast 18,5 Milliarden Dollar schweren Verbindlichkeiten neu strukturieren, wäre vorübergehend geschützt gegen Klagen und könnte Zahlungen an Gläubiger aussetzen. Auch bestehende Verträge könnten aufgebrochen werden. Kapitel 9 ist das Pendant für US-Kommunen zum Kapitel 11, bei dem überschuldete Unternehmen Zuflucht suchen.

Vor dem drastischen Schritt waren Verhandlungen zwischen Finanzmanager Orr und den Gläubigern, darunter Anleihen-Besitzer und Pensionsfonds, gescheitert. Der Rechtsanwalt aus Washington war im März eingesetzt worden, um die ausufernden Finanzen der Stadt in den Griff zu bekommen.

Detroit, einst blühende Metropole und Sitz der US-Autokonzerne General Motors, Ford und Chrysler, hat in den vergangenen Jahrzehnten einen einzigartigen Niedergang erlebt. Noch in den 50er Jahren war es mit 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der USA.

Doch als die Autoindustrie Probleme bekam, spürte auch "Motor City" die Folgen: Fabriken schlossen oder wurden in die umliegenden Städte verlagert, Tausende verloren ihre Jobs, ganze Wirtschaftszweige wanderten ab - und mit ihnen die Steuergelder. In der Folge zogen immer mehr gut Ausgebildete fort und setzten einen Teufelskreis in Gang.

Die Finanzkrise und die darauf folgende Rezession gaben der Dynamik dann den Rest. Dazu kam jahrelanges Missmanagement und Korruption in der Stadtverwaltung.

Kommentare (23)

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bongochris

19.07.2013, 00:02 Uhr

Während das System den Bach runtergeht, blüht die Menschlichkeit stellenweise wieder auf!

Wie die Einwohner von Detroit von Budgetkürzungen profitieren: http://www.we-are-change.de/2013/07/12/wie-die-einwohner-von-detroit-von-budgetk%C3%BCrzungen-profitieren/

Ludwig500

19.07.2013, 01:12 Uhr

Heute Detroit, morgen ein ganzes Land, übermorgen die ganze Welt.

Wenn eine Handvoll Banken in einem Quartal so viel Gewinne machen wie eine grosse Stadt in vielen Jahren Schulden anhäuft, wird es allerhöchste Zeit, das System zu überdenken. Wobei Detroit wenigstens Dinge hergestellt hat, mit denen man was anfangen konnte, während Banken nichts anderes tun als Menschen für sich arbeiten zu lassen.

Joschka

19.07.2013, 05:40 Uhr


---> "PENSIONSFONDS"

Auf der ganzen Welt das gleiche Lied: Beamte ruinieren mit ihren Privilegien die Volkswirtschaft. Überzogene Beamtenpensionen besorgen den Rest.

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