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28.06.2012

00:30 Uhr

Bankrott

Kalifornische Stadt Stockton ist pleite

Der Schuldenberg wurde immer größer: Allein für dieses Jahr sieht die Stadtverwaltung der kalifornischen Stadt Stockton ein Defizit von 26 Millionen Dollar (20,8 Millionen Euro) voraus.

Die Titelseite einer lokalen Tageszeitung in Stockton. Reuters

Die Titelseite einer lokalen Tageszeitung in Stockton.

Los AngelesDie hochverschuldete kalifornische Stadt Stockton hat sich für zahlungsunfähig erklärt. Wie die Behörden der rund 140 Kilometer östlich von San Francisco liegenden Gemeinde am Mittwoch bestätigten, beschlossen sie am Dienstagabend, vor Gericht Gläubigerschutz zu beantragen. Mit ihren fast 300.000 Einwohnern ist Stockton die größte amerikanische Stadt, die jemals für bankrott erklärt wurde.

"Die Stadt wird bis Freitag das Konkursverfahren in Gang setzen", sagte Rathaus-Sprecherin Connie Cochran am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor waren alle Versuche gescheitert, sich mit den Gläubigern zu einigen. Allein für dieses Jahr sieht die Stadtverwaltung ein Defizit von 26 Millionen Dollar (20,8 Millionen Euro) voraus; ein Großteil des Jahresbudgets in Höhe von 521 Millionen Dollar ist jedoch zweckgebunden und darf somit nicht zur Deckung des Defizits eingesetzt werden.

Wie viele andere amerikanische Städte auch ist Stockton 2008 Opfer der US-Immobilienkrise geworden. Nach einem wahren Bauboom in den Jahren zuvor weist die Stadt inzwischen die zweithöchste Pfändungsrate auf. Gleichzeitig nahm die Kriminalität zu, heute liegt Stockton hinter Oakland auf Platz zwei der gewalttätigsten Städte in Kalifornien.

In Konkurs zu gehen, sei "die schwierigste und herzzereißendste Entscheidung" gewesen, erklärte Bürgermeisterin Ann Johnston. Schon in den vergangenen drei Jahren habe die Stadt die Gehälter ihrer Angestellten sowie die Pensionen kürzen müssen, um insgesamt 90 Millionen Dollar einzusparen. Der Notfallplan im Rahmen des Konkursverfahrens sieht neben der Stundung von Schulden weitere Gehaltskürzungen für Beamte vor. Darüberhinaus wird die Stadt keine Beiträge mehr zur Krankenversicherung von Pensionären zahlen.

Von

afp

Kommentare (5)

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itstk

28.06.2012, 04:55 Uhr

So viel zum heiß gerühmten Beispiel der FED als Geld druckende Blaupause für die künftigen Segnungen unserer ESM-Diktatur...

Das können WIR aber schon lange auch ganz ohne!

Wie kommt's, daß die "Metropole" Frankfurt/Main, erster Finanzplatz Deutschlands, während der New-Economy-Krise um Haaresbreite pleite ging, obwohl die Banken im Finanzzentrum auf Frankfurts Gemarkung die ganze Zeit über Milliardengewinne gescheffelt haben? Andere Kommunen, ohne Megabanken auf der Gemarkung, kamen da irgendwie viel glimpflicher davon.

Meine persönliche Erklärung: Die Finanzindustrie schert sich einen Dreck um ihren Standort, schon gar nicht um die Gesellschaft, die sie mit ihrer Zockerei ruiniert. Ein im wahrsten Wortsinn asozialer Haufen.

Deshalb mein Lösungsvorschlag: Steuerfinanzierte Bankenhilfen sollten nur jenen Instituten gewährt werden, die VORHER ihre Zocker-Sparten vollständig abstoßen oder abwickeln.

Die so neu entstandenen Investment-Casinos sollten dann auch als solche behandelt und mit derselben Vergnügungssteuer belegt werden, die heute schon auf jeden müden Lottoschein der kleinen Leute fällig wird.

Dann darf da auch gerne gezockt werden, aber bitte auf eigenes Risiko! Und wer mit Firmengeldern dabei erwischt wird, wandert in den Knast!

Treffer34

28.06.2012, 06:13 Uhr

Danke für Ihre Stellungnahme. Immer die Finanzindustrie.

Hier wird doch versucht, von der Situation abzulenken und einen Sündenbock aufzubauen!

Was haben unsere Kinder denn zu schultern.

2011 waren die tatsächlichen Zahlungen wie folgt:

37 Mrd. Euro für Bundesschuld (Zinsen),

131 Mrd. für "Soziales" (Wesentlicher Posten: Zuschuss zur Rentenkasse),

100 Mrd. Deutsche Rentenversicherung („Rentenzahlungen“) und

11 Mrd. Bildung und Forschung.

Wesentliche Pensionslasten („Beamte“) sind hier noch nicht aufgeführt.

Bei diesen Zahlungen kann ich jeden Anleger verstehen, wenn er lieber in Asien investiert....


Rene

28.06.2012, 07:17 Uhr

Meine Güte. Und man verschließt die Augen weiter...

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