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11.08.2012

16:24 Uhr

Barack Obama

Blutbad in Tempel ist Anschlag auf Freiheit

US-Präsident Barack Obama sieht den Amoklauf in einem Sikh-Tempel als Angriff auf die Freiheit aller US-Bürger. Bei der Trauerfeier für die Opfer sprach Justizminister Holder den Angehörigen Mut zu.

Barack Obama bezeichnet den Amoklauf in einem Sikh-Tempel als Angriff auf die Freiheit aller. dpa

Barack Obama bezeichnet den Amoklauf in einem Sikh-Tempel als Angriff auf die Freiheit aller.

Oak CreekUS-Präsident Barack Obama hat den Amoklauf in einem Sikh-Tempel im US-Staat Wisconsin vor knapp einer Woche als einen Angriff auf die freie Religionsausübung und somit die Freiheit aller bezeichnet. Bei einem Abendessen im Weißen Haus am Freitagabend zur Feier des heiligen islamischen Fastenmonats Ramadan sagte er, kein Amerikaner solle Angst haben müssen, sich öffentlich zu seinem Glauben zu bekennen.

Bei dem Blutbad vom vergangenen Sonntag hatte der als Rechtsextremist eingestufte Täter vor und in dem Tempel um sich geschossen und sechs Menschen getötet, bevor er von einer Polizeikugel verletzt wurde und sich schließlich selbst in den Kopf schoss.

Obama sagte, der Amoklauf sei ein Anschlag auf religiösen Glauben gewesen und so etwas dürfe in den USA keinen Platz haben. Der Präsident hob einen Mitarbeiter von US-Außenministerin Hillary Clinton hervor, Huma Abedin, den er als „einen amerikanischen Patrioten“ und „ein Beispiel dessen, was wir in diesem Land brauchen“ bezeichnete. Die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann hatte Abedin unterstellt, Familienbande zur ägyptischen Muslimbruderschaft zu haben.

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Tausende Amerikaner waren zu einer Trauerfeier in Oak Creek für die sechs Opfer des Blutbads zusammengekommen. US-Justizminister Eric Holder verurteilte die Bluttat bei der Gedenkveranstaltung am Freitag als Angriff auf die Werte der gesamten amerikanischen Gesellschaft. „Wir sind heute nicht nur in einem gemeinsamen Gefühl des Verlusts versammelt, sondern im Vertrauen auf die heilende Kraft des Glaubens“, sagte er.

Der Amokläufer wurde als ein aus dem Militärdienst entlassener Ex-Soldat identifiziert, der in rechtsextremen Bands mit Namen wie Definite Hate und End Apathy spielte. Außerdem postete er immer wieder in Internetforen für Skinheads, in denen er die Mitglieder dazu aufforderte, sich entschiedener für ihre Überzeugungen einzusetzen.

Eine Frau betet vor dem Sikh-Tempel, in dem bei einem Amoklauf sechs Menschen getötet wurden. dapd

Eine Frau betet vor dem Sikh-Tempel, in dem bei einem Amoklauf sechs Menschen getötet wurden.

In dem Gotteshaus soll künftig ein Einschussloch im Türpfosten die Erinnerung an die Opfer wach halten. Während zur Trauerfeier am Freitag die übrigen Spuren des Anschlags weitgehend beseitigt waren, blieb das Loch nahe des Hauptgebetsraums unangetastet. Zum Gedenken soll dort eine Plakette angebracht werden.

Der Sikhismus ist eine im 15. Jahrhundert in Indien entstandene monotheistische Religion. Sie hat weltweit 27 Millionen Anhänger, davon geschätzte 500.000 in den USA.

Von

dapd

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