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23.07.2015

21:00 Uhr

Barack Obama reist nach Kenia

Auf den Spuren seiner Vorfahren

VonMoritz Koch

Während seiner Afrika-Reise macht Barack Obama zum ersten Mal in Kenia Halt, der Heimat seines Vaters. Doch für Familiengeschichten bleibt kaum Zeit, Wirtschaftsbeziehungen und Sicherheitspolitik stehen im Vordergrund.

Der US-Präsident kann sich auf einen warmen Empfang in Kenia einstellen. AFP

Barack Obama

Der US-Präsident kann sich auf einen warmen Empfang in Kenia einstellen.

New YorkDie Nachricht vom Tod seines Vaters erreichte Barack Obama in New York, 33 Jahre ist das her. Obama wohnte damals in einem tristen Apartment im Grenzgebiet zwischen Harlem und der gediegeneren Upper West Side. Er war oft allein in dieser Zeit, soziale Kontakte hielt er für „unnötige Ablenkungen“, wie er in seinen Memoiren schreibt.

Obama bereitete gerade sein Frühstück vor, als das Telefon klingelte. Seine Tante aus Nairobi war dran: „Hör zu Barry, dein Vater ist tot“, sagte sie. „Er kam bei einem Autounfall ums Leben.“ Kurz danach brach die Leitung zusammen. Obama setze sich auf sein Sofa. Die Eier verbrutzelten in der Küche.

Obama hat seinen Vater, Barack Obama Senior, kaum gekannt, seine Eltern trennten sich früh. Die Todesnachricht löste in ihm weniger Schmerz als Nachdenklichkeit aus. Und doch spielt der Mann, dessen Namen er erbte, eine zentrale Rolle in seinem Leben. „Dreams from my Farther“, heißt das autobiographische Buch, das zur Grundlage seines politischen Aufstiegs wurde.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

In seinen Versuchen, seine Herkunft zu begreifen, seine Identität zu bestimmen und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, fanden viele Amerikaner sich und ihr Land wieder. Die Selbstsuche hat Obama zu dem gemacht, was er ist: Präsident der USA.

Am Freitag besucht Obama Kenia, die Heimat seines Vaters, zum ersten Mal in seiner Amtszeit. Dort wird ihm ein begeisterter Empfang bereitet. Die Kenianer sehen in Obama viel mehr als einen politischen Ehrengast. Sie betrachten ihn als einen der ihren. Auch Obama fühlt sich mit Kenia verbunden, obwohl ihm sein Vater fremd blieb. Während seines Staatsbesuchs wird er sich in Nairobi mit Verwandten treffen.

In Kogelo hingegen werden sie wohl vergeblich hoffen. In dem Dorf am Victoriasee wurde Obamas Vater geboren, Teile der Familie leben bis heute dort. Obama besuchte Kogelo 2006 als Senator. Dieses Mal heißt es in Washington, eine Visite sei aus logistischen Gründen nicht zu machen. Natürlich spürt der Präsident das Korsett, in das ihn das Amt schnürt, es wird ihm zunehmend lästig: „Um ehrlich zu sein, Kenia als Privatperson zu besuchen, ist für mich wahrscheinlich sinnvoller, weil ich dann auch mal aus dem Hotelzimmer oder dem Konferenzsaal herauskomme“, sagt er.

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