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22.08.2012

16:37 Uhr

Barack Obama

Wahlkampf mit den großen Stars

VonAstrid Dörner

Ob Basketball mit Michael Jordan oder eine Spendenveranstaltung mit Morgan Freeman: Um geschickt Geld einzusammeln, umgibt sich Obama gerne mit Prominenten. Eine Erfolgsgarantie ist das allerdings nicht.

Präsident Barack Obama mit Basketball. dapd

Präsident Barack Obama mit Basketball.

New YorkIn der großen Sportanlage im Westen Manhattans wird gerade alles vorbereitet für den hohen Besuch. Der Secret Service sichert die Umgebung, die Polizisten werden eingewiesen, Bälle und Körbe sind arrangiert. "Obama Classic" steht auf den großen Schildern. Der Basketball im Logo verrät, worum es heute geht. US-Präsident Barack Obama hat seinen Besuch in New York angekündigt, um mit Basketball-Legende Michael Jordan und anderen Größen des Sports ein paar Körbe zu werfen.

Es ist eine Wahlkampfveranstaltung der besonderen Art - und doch passt sie in das Schema, das der Präsident seit Monaten verfolgt: "Wahlkampf mit den Stars" heißt ein zentrales Element seiner Strategie, die seine Wahlkampfkassen füllen soll. Obama genießt viel mehr Unterstützung von Prominenten aus Hollywood, aus der Musikindustrie und aus dem Sport als sein Herausforderer Mitt Romney. Davon profitiert er gleich mehrfach: "Sein Wahlkampfteam hat einen Weg gefunden, mit dem Promi-Bonus auch die kleinen Spenden von der Basis zu befeuern", sagt Anthony Corrado, Politik-Professor am Colby College in Maine.

Die Idee ist simpel: Regelmäßig umgibt sich der demokratische Präsident mit den Reichen und Schönen. Meist sind es Spendenveranstaltungen, wie zuletzt etwa im Haus von Hollywood-Star George Clooney. Ein Ticket zu so einer exklusiven Veranstaltung kann schon mal 40 000 Dollar kosten. Jedes Mal wird jedoch mindestens eine Eintrittskarte verlost - gewinnen kann jeder, der mindestens drei Dollar spendet. "Bei Clooney hat es ganz hervorragend geklappt, die normalen Wähler dafür zu begeistern", sagt Corrado. Bei Michael Jordan, dem ehemaligen Superstar der Chicago Bulls, wird es wohl ähnlich sein.

Romney, ehemals Chef der Private-Equity-Firma Bain Capital, setzt dagegen vor allem auf Spendenveranstaltungen mit wohlhabenden Managern aus der Geschäftswelt. "Er hat sich schwer damit getan, kleine Spenden von der Basis einzusammeln", berichtet Professor Corrado.

Dennoch kann Obama die Unterstützung von Jordan und Co. dringend gebrauchen: Romney hat in den vergangenen drei Monaten deutlich mehr Geld eingesammelt. Aktuellen Veröffentlichungen zufolge hat sein Team auch mehr Geld auf der Bank als Obamas. Romney und die Republikanische Partei haben 186 Millionen Dollar an Barguthaben und damit gut 60 Millionen Dollar mehr als der Präsident und seine Demokraten.

Beobachter gehen zudem davon aus, dass Romney es mit Paul Ryan an seiner Seite künftig einfacher haben wird, an Spenden aus der Basis heranzukommen. Nachdem Romney den charismatischen Kongressabgeordneten zu seinem Kandidaten für den Vizepräsidenten gemacht hat, haben die Spenden von großen und kleinen Geldgebern bereits deutlich angezogen. Ryan wird auch von der radikalkonservativen Tea-Party-Bewegung unterstützt.

Der Promi-Bonus ist in Washington ohnehin keine Erfolgsgarantie. George Clooneys Vater Nick kandidierte 2004 für einen Sitz im Abgeordnetenhaus. Trotz der Hilfe seines Sohnes und dessen Schauspielerkollegen Brad Pitt hat er das Rennen verloren.

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