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10.02.2015

11:32 Uhr

Baschar al-Assad

Hat die US-Armee Kontakt zum syrischen Militär?

US-Streitkräfte sollen laut Syriens Präsident Baschar al-Assad über dritte Parteien mit der syrischen Armee kommunizieren. Einen Dialog oder taktische Absprachen solle es demnach aber nicht geben.

Syriens Präsident Baschar al-Assad leugnet den Einsatz von international geächteten Waffen: „Es gibt keine Streuwaffen.“ Auch den Einsatz von Chlorgas schloss Assad „definitiv“ aus. dpa

Baschar al-Assad.

Syriens Präsident Baschar al-Assad leugnet den Einsatz von international geächteten Waffen: „Es gibt keine Streuwaffen.“ Auch den Einsatz von Chlorgas schloss Assad „definitiv“ aus.

London/DamaskusDie syrische Armee und die US-Streitkräfte in der Region kommunizieren nach den Worten von Präsident Baschar al-Assad „über dritte Parteien“ miteinander. Es gebe aber keinen Dialog und keine taktischen Absprachen im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS), sagte Assad in einem am Dienstag ausgestrahlten BBC-Interview.

Drittländer überlieferten aber manchmal „allgemeine Botschaften“.

Die Staaten mit den meisten syrischen Flüchtlingen

Libanon

Mit 1,2 Millionen registrierten Flüchtlingen trägt der Libanon im Verhältnis zu seinen 3,6 Millionen Einwohnern die größte Last. Der Großteil der Syrer lebt nicht in Lagern, sondern integriert in den Gemeinden. Doch gefährdet die Präsenz der überwiegend sunnitischen Flüchtlinge das fragile konfessionelle Gleichgewicht des Landes. Schiiten und Sunniten sind gespalten in ihrer Haltung zum Bürgerkrieg in Syrien. Anschläge in Beirut und wiederholte Gefechte in der nördlichen Hafenstadt Tripoli verdeutlichten die Gefahr eines Übergreifens des Konflikts.

Jordanien

Auch für Jordanien mit seinen 6,5 Millionen Einwohnern bedeuten die 620.000 registrierten Flüchtlinge aus Syrien, die überwiegend im Norden in großen Lagern wie Saatari leben, eine Herausforderung. Hinzu kommen rund 600.000 weitere Syrer, die in den Gemeinden verteilt leben. Außerdem haben in dem haschemitischen Königreich zahllose Kriegsflüchtlinge aus dem Irak sowie die Vertriebenen aus den Palästinensergebieten Zuflucht gefunden. Die UNO warnt, dass es erste Anzeichen der Abwehr gibt – nicht zuletzt, weil Amman ein Einsickern von IS-Kämpfern fürchtet.

Türkei

In der Türkei sind mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien angekommen. Überwiegend leben sie in Lagern entlang der Grenze im Süden. In der Türkei hält sich vermutlich ein recht hoher Anteil nicht registrierter Flüchtlinge auf. Zwar fällt es dem Land mit seiner stabilen und dynamischen Wirtschaft leichter, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Hilfsbereitschaft des Landes ist groß, doch wiederholte Proteste zeigen, dass inzwischen auch der Unmut über syrische Bettler und Tagelöhner wächst. Die Ausweitung des Konflikts in Syrien auf die Kurdengebiete verschärft zudem die Spannungen zwischen Ankara und den türkischen Kurden.

Ägypten

Rund 140.000 Syrer sind nach Ägypten sowie mehrere hunderttausend in die relative Sicherheit der Kurdengebiete im Norden des Irak geflohen. Angesichts der prekären Lage in der Region haben zudem zehntausende Syrer ihr Leben bei der gefährlichen Bootsreise über das Mittelmeer nach Europa riskiert.

Deutschland

Seit Beginn des Konfliktes im März 2011 hat Deutschland offiziellen Angaben zufolge knapp 70.000 Syrer aufgenommen, zum Teil im Zuge eines offiziellen Hilfsprogramms. Unter den Ländern Europas steht Deutschland damit mit an der Spitze.

So habe Syrien etwa vor Beginn der Bombardierung der IS-Hochburg Al-Rakka im Norden des Landes über den Einsatz Bescheid gewusst, aber keine Details gekannt. Über eigene Operationen im syrischen Bürgerkrieg gebe Damaskus aber keine Informationen weiter, sagte Assad. „Wenn wir etwas auf unserem Gebiet machen, fragen wir niemanden und sagen es niemanden. Wir machen es einfach.“

Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Assads Truppen setzten im Bürgerkrieg international geächtete Waffen wie Fassbomben ein, nannte Assad „kindisch“.

„Ich habe nicht gehört, dass die Armee Fässer oder vielleicht Kochtöpfe benutzt“, sagte er. „Es gibt keine Streuwaffen.“ Auch den Einsatz von Chlorgas schloss Assad „definitiv“ aus.

Von

dpa

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