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23.11.2012

10:45 Uhr

„Basel III“ für US-Institute

Bundesbank droht mit schärferer Gangart

Eine strengere Überwachung für US-Banken könnte die Strafe sein, sollten die USA die Eigenkapitalregeln ignorieren. Damit drohte Bundesbank-Vize Sabine Lautenschläger angesichts des Widerstands gegen „Basel III“.

Bundesbank-Vize Sabine Lautenschläger. Reuters

Bundesbank-Vize Sabine Lautenschläger.

FrankfurtBundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger droht mit einer schärferen Aufsicht über amerikanische Banken, sollten die USA die neuen Eigenkapitalregeln „Basel III“ nicht umsetzen. „Wenn sie nicht mitmachen, müssten wir prüfen, was wir mit den US-Instituten in der Euro-Zone machen“, sagte die für Bankenaufsicht zuständige Lautenschläger am Freitag am Rande einer Bankenkonferenz in Frankfurt.

„Zumindest müsste man prüfen, inwiefern man für die europäischen Einheiten das entsprechende Recht, das in Europa gilt, anwendet“ und ob die Sondervereinbarung für Europa-Ableger von US-Banken „dann noch Geltung haben kann“, so Lautenschläger. Das könnte auf eine strengere Aufsicht über US-Banken hinauslaufen. Die Bankenaufseher prüften bei allen ausländischen Instituten, ob es in ihren Heimatländern eine vergleichbar gute Aufsicht gibt.

Experten gehen davon aus, dass es für die großen amerikanischen Institute relativ leicht wäre, Basel III zu erfüllen, weil die meisten von ihnen schon ausreichende Kernkapitalquoten haben. Schwieriger dürfte die in Basel II und Basel 2.5 geforderten Restriktionen für die Handelsbücher zu meistern sein. Bislang haben die USA noch nicht einmal Basel II umgesetzt.

Der Vize-Chef der US-Einlagensicherung FDIC, Thomas Hoenig, hatte gefordert, Basel III nicht einzuführen. „Hoenig vertritt meiner Ansicht nach keine Mehrheitsmeinung“, sagte Lautenschläger. „Ich erwarte immer noch, dass die USA Basel III umsetzen.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

24.11.2012, 11:17 Uhr

Vorsicht an der Kante!

Es wäre ein leichtes die us-amerikanische Aufsicht ihre Kompetenz auf alle Geschäfte, die mit dem USD im Zusammenhang stehen auszudehnen.

Die deutsche Regelungskompetenz würde sich dann auf den Geldaustausch in Euro zwischen Frankfurt-Niederrad und Frankfurt-Sachsenhausen begrenzen.

Das was hier als Drohung zu verstehen ist, ist unausgegoren und nicht auf dem bekannten Niveau der Deutschen Bundesbank. Konstruktiv wäre es die berechtigte Kritik an BASEL III aufzunehmen, es in die Tonne zu werfen und echte Aufsichtsregeln zu kreieren.

Dass sich die hiesigen Bankenaufseher bei dem Werk von den Amerikanern BASEL diktieren ließen, ist eine andere Sache. Es war ihre eigene Schuld keine Fachleute zu den Beratungen zu entsenden.

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