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21.08.2014

07:24 Uhr

Befreiung von US-Geiseln gescheitert

Obama will „unnachgiebig den Krebs entfernen“

US-Präsident Obama ist entsetzt über die Hinrichtung des Journalisten James Foley durch die IS-Extremisten. Die USA hatten offenbar erst kürzlich versucht, ihn zu befreien. Doch die dramatische Rettungsaktion scheiterte.

Befreiung von US-Geiseln gescheitert

Obama: „Die IS-Miliz ist ein Krebsgeschwür“

Befreiung von US-Geiseln gescheitert: Obama: „Die IS-Miliz ist ein Krebsgeschwür“

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Martha's Vineyard/Bagdad/London/BerlinUS-Präsident Barack Obama hat die Enthauptung eines US-Reporters durch islamistische Terroristen mit ungewöhnlich scharfen Worten verurteilt. Der Tod von James Foley „schockiert das Bewusstsein der gesamten Welt“, sagte Obama am Mittwoch an seinem Urlaubsort Martha's Vineyard in Neuengland. Die Islamisten hätten „keine Wertschätzung für menschliches Leben“.

Der Präsident kündigte eine Fortsetzung der Luftschläge gegen die Terroristen im Irak an. Die USA würden weiterhin alles tun, um ihre Bürger zu beschützen. „Wir werden wachsam sein. Wir werden unnachgiebig sein“, erklärte Obama. Der Kampf gegen die Miliz müsse von der internationalen Gemeinschaft getragen werden. „Es muss eine gemeinsame Anstrengung geben, den Krebs zu entfernen, damit er sich nicht ausbreitet.“

Für die Terroristen des Islamischen Staates (IS) gebe es „keinen Platz im 21. Jahrhundert“, sagte Obama. „Sie entführen Frauen und Kinder und setzen sie der Folter und Vergewaltigung aus“. Dabei machten sie auch vor Muslimen nicht halt. „Sie sprechen für keine Religion. Kein Glaube lehrt die Menschen, Unschuldige zu massakrieren.“

Gescheiterter Rettungsversuch der Geiseln

Die Terroristen hatten ein Video veröffentlicht, das den Tod des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeige. Die US-Regierung hält das Video für echt. Die Terroristen drohen mit dem Tod weiterer Amerikaner, falls die USA ihre Luftschläge gegen die IS im Irak nicht einstellen sollten. Nach den USA, Großbritannien und Frankreich kündigten weitere Verbündete Rüstungslieferungen an.

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Wie das Weiße Haus und das Pentagon am Mittwoch mitteilten hätten die USA erst kürzlich vergeblich versucht, US-Geiseln aus den Händen der Dschihadistengruppe in Syrien zu befreien, darunter James Foley. Die gescheiterte Rettungsmission sei in diesen Sommer erfolgt, sagte die Anti-Terror-Beraterin von Präsident Barack Obama, Lisa Monaco. Als Geheimdienste den vermeintlichen Aufenthaltsort der Geiseln in Syrien gemeldet hätten und sich die Gelegenheit geboten habe, habe ihr Chef das Pentagon angewiesen, „aggressiv vorzugehen, um unsere Bürger zu retten.“

Ein Flugzeug habe mehrere Dutzende Soldaten einer Spezialeinheit vor Ort abgesetzt, sagten weitere Regierungsvertreter. Doch statt die Geiseln aufzuspüren, seien sie vor ihrem Rückzug in ein Feuergefecht mit Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat geraten. Mehrere Extremisten seien dabei getötet worden. Unter den Amerikanern wurde niemand verletzt, doch erlitt einer von ihnen leichte Verletzungen, als das Flugzeug beschossen wurde.

An der Mission waren den Angaben zufolge nahezu sämtliche Abteilungen der Armee beteiligt, die Soldaten erhielten auch Luftunterstützung. Pentagonsprecher John Kirby bekräftigte am Mittwochabend in einer Erklärung das Bestreben der US-Regierung, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten, vor allem jene in Gefangenschaft. „In diesem Fall haben wir die Besten der US-Armee einer Gefahr ausgesetzt, um unsere Angehörigen nach Hause zu holen. Die Entführung unserer Bürger werden die USA nicht dulden.“

Kommentare (22)

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Herr Don Zeckito

20.08.2014, 20:28 Uhr

Den Krebs entfernen ?

Wie in Afghanistan, Irak, Syrien ???????????

Lachhaft, - dem Mann, - dem Staat glaubt niemand mehr !

Frau Ich Kritisch

20.08.2014, 20:32 Uhr

Zitat: " Die Islamisten hätten „keine Wertschätzung für menschliches Leben“."

Wo war die Wertschätzung des menschlichen Lebens bei den US-Amerikanern die im Irak Waterbording gemacht haben, oder auf Laichen gepinkelt haben, oder Gefangene nackend fotografiert haben?

Ja, es ist schlimm was die IS-Krieger machen, es passiert sicherlich im Rahmen keiner einzigen Religion

Aber die Kreuzzüge des Mittelalters waren mindestens genauso brutal
Die Menschen dort leben nicht im 21. Jahrtausend. Im Islam ist heute 1435 bzw. 1436 und dazu passt das Verhalten dort.

merman2

20.08.2014, 20:50 Uhr

Ist das nun wirklich ganz anders, als
"Völkermord-Propaganda" in Jugoslawien 1999,
"Brutkasten-Lüge" Kuwait/Irak 1990,
"Giftgasfabriken/Massenvernichtungsmittel-Lüge" Irak 2003,
"9/11-Beteiligungslüge" Afghanistan 2001
??????????

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